Tuesday, 21. July 2026
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Niederbayern >> Monday, 20. July 26

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Eine der wenigen Ausnahmen: Bei der Fotosafari darf das Handy auch am Steuer genutzt werden.
Verführer Mobiltelefon

Fast jeder vierte Fahrer abgelenkt: Die größte Schwachstelle sitzt hinter dem Lenkrad

Die Passauer Polizei hat mit ihrer aktuellen Schwerpunktkontrolle ein Problem sichtbar gemacht, das jeder täglich auf den Straßen beobachten kann.

Von rund 60 kontrollierten Fahrzeugen wurden 24 Verstöße festgestellt. In 14 Fällen waren die Fahrer abgelenkt. Meist durch Handy oder andere Tätigkeiten, die nichts mit dem Fahren zu tun haben.

Genau in diese Zeit fällt eine Neuerung, über die derzeit heftig diskutiert wird. Seit 1. Juli müssen Neuwagen in der EU mit einer Innenraumüberwachung ausgestattet sein. Eine Kamera erkennt, wenn der Fahrer zu lange von der Fahrbahn wegschaut, und warnt mit einem Signal. Für manche ist das gleich wieder „Big Brother“.

Kommentar

Warum ich das nicht für Bevormundung, sondern für einen Fortschritt halte? Ob am Steuerknüppel eines Flugzeugs oder am Lenkrad eines Autos: die größte Schwachstelle bleibt der Mensch.

Man muss sich nur im Straßenverkehr umschauen. Der Busfahrer mit dem Handy am Ohr. Die Autofahrerin, die telefoniert. Der Handwerker im Transporter, der nebenbei Nachrichten liest. Das Smartphone ist längst unser wichtigstes Alltagswerkzeug und am Steuer zugleich der größte Verführer.Ich merke das oft an mir selbst. Zwar steckt mein Handy legal in einer Magnethalterung und vieles erledige ich per Sprachsteuerung. Kurzes Antippen ist erlaubt. Trotzdem wandert der Blick manchmal einen Moment zu lange aufs Display.

Mein neuer elektrischer Kleinwagen besitzt diese Fahrerüberwachung bereits serienmäßig. Schaue ich auch nur etwas zu lange auf das Display oder aus dem Seitenfenster, um etwas zu betrachten, ertönt ein Warnsignal. Das Auto erinnert mich daran, den Blick wieder auf die Straße zu richten.

Sicherheitsgurt, ABS oder ESP wurden anfangs ebenfalls skeptisch gesehen. Heute würde kaum jemand freiwillig darauf verzichten.

Die Zahlen der Passauer Polizei zeigen, dass Ablenkung kein theoretisches Problem ist. Wenn Technik den Menschen genau in dem Moment unterstützt, in dem seine Aufmerksamkeit nachlässt, ist das kein Verlust an Freiheit. Es ist ein Gewinn an Sicherheit: für den Fahrer, seine Mitfahrer und alle anderen Verkehrsteilnehmer.


hud