
· | Niederbayern >> Friday, 26. June 26
Hartnäckige Hitzewelle: Passau sagt erste Veranstaltungen abPassau/ Thyrnau/ Mauna Loa - Achter Hitzetag in Folge: Erste Veranstaltungen werden abgesagt Die Hitzewelle erreicht heute einen neuen Höhepunkt. Um 15.53 Uhr zeigte das Thermometer an der Wetterstation am Inn, Passauer Innenstadt, 35,6 Grad. Es ist der höchste Wert dieser seit 2019 bestehenden Messstation. Die Festspiele "Europäische Wochen" haben das für Sonntag geplante Picknickkonzert mit Radio Europa auf Gut Aichet in Thyrnau abgesagt. Grund ist die erwartete starke Hitzebelastung. Man wolle Publikum, Künstlerinnen und Künstler sowie Helfer schützen. Bereits gekaufte Eintrittskarten werden erstattet. Auch im Alltag sind die Folgen spürbar. Viele Menschen meiden den längere Aufenthalt im Freien oder suchen konsequent den Schatten. Das trifft auch den Tourismus: Bei den Drei-Flüsse-Rundfahrten gehen teils nur wenige Fahrgäste an Bord. Viele befürchten, dass selbst auf dem Oberdeck die Hitze trotz Fahrtwind kaum auszuhaltbar ist. Manche Spaziergängern auf der Innpromenade nutzen Regenschirme als Sonnenschutz. Ein Blick auf die Messreihe des "Mauna-Loa-Observatoriums" auf Hawaii zeigt, warum solche Hitzewellen häufiger werden. Seit 1958 wird dort die CO₂-Konzentration gemessen. Während der Anstieg früher langsamer verlief, nimmt er seit rund zwei Jahrzehnten um etwa 25 ppm pro Jahrzehnt zu – deutlich stärker als in dem Jahrzehnten des 20. Jahrhundert zuvor. Das überrascht zunächst, da viele Industrieländer in Wärmepumpen, Elektromobilität und erneuerbare Energien investieren. Aber gleichzeitig steigt der weltweite fossile Energieverbrauch weiter. Vor allem wohlhabende Staaten verursachen weiterhin die höchsten CO₂-Emissionen pro Kopf und prägen den globalen Ausstoß. Sinkende Arbeitsleistung, Ernteausfälle und steigende Kosten für Kühlung und Gesundheit. Viele Fachleute halten einen früheren Umbau der Energieversorgung für deutlich günstiger als die Bewältigung der Folgeschäden. Die wirtschaftlichen Folgen der Erderwärmung werden zunehmend sichtbarer.
4.400 Fußballspiele abgesagt Uni schaltet Kühlung wegen Überlastung ab
Auch an der Universität Passau macht sich die Hitzewelle bemerkbar. Weil die Kälteversorgung am Campus an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, bleibt die Kühlung von Hörsälen, Seminarräumen, Lesesälen der Bibliothek und dem ITZ-Gebäude bis zum Sonntag abgeschaltet. Die Hochschulleitung empfiehlt Beschäftigten, soweit möglich und mit den Vorgesetzten abgestimmt, vorübergehend im Homeoffice zu arbeiten.
Nach aktuellen Prognosen dürfte sich die Hitzewelle bis Sonntag weiter verschärfen, dann geht es mit Temperaturen bis maximal 30 Grad wieder zurück auf "Normalzustand".
150 Meter höher – und noch heißer
Aktualisiert um 18 Uhr.
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