Saturday, 20. June 2026
·

Niederbayern >> Saturday, 20. June 26

bild_klein_0000025482.jpg
Machtkampf um den Landesvorsitz: Reinhard Mixl, links, und Stephan Protschka. Mit diesen Porträts zeigen sie sich auf der Bundestagsseite der AfD.
Politik-Spektakel am Hitzetag

Machtkampf auf CSU-Terrain: Zwei Niederbayern kämpfen um die AfD-Spitze

Passau - Viele würden wohl lieber zum Baden gehen. Passau erlebt heute den fünften Hitzetag des Jahres. Während draußen acht Gegenkundgebungen und mehrere Tausend Demonstrierende sich versammeln, entscheidet sich drinnen ein Machtkampf um die Parteispitze. 

In der Dreiländerhalle, dem traditionellen Veranstaltungsort des Politischen Aschermittwochs der CSU, geht es um die Frage, wer künftig den bayerischen Landesverband führen soll. Kontrahenten sind zwei Bundestagsabgeordnete aus Niederbayern. Beide stammen aus dem Handwerk, beide sind Väter von zwei Kindern.

Amtsinhaber ist Stephan Protschka. Der 48-Jährige wurde in Dingolfing geboren, ist beheimatet in Mamming und gelernter Elektroinstallateur. Seit 2017 sitzt er im Bundestag, seit 2021 führt er den bayerischen Landesverband. Erst wenige Tage vor dem Parteitag stellten sich führende AfD-Politiker bei einer eigens organisierten Veranstaltung demonstrativ hinter ihn.

Herausforderer ist der fast 17 Jahre ältere Reinhard Mixl. Der gelernte Kfz-Mechaniker wurde in Waldkirchen geboren, lebt heute in Schwandorf. Bekannt wurde Mixl als Organisator von Corona-Protesten. Der frühere Landesvorstand wollte ihn aus der Partei ausschließen, scheiterte jedoch damit. Der Bayerische Verfassungsschutz dokumentierte unter anderem eine Äußerung Mixls, in der er der Bundesregierung vorwarf, einen „Krieg gegen Bürger“ zu führen. Vorwürfe, sein Lager werde von externen Akteuren beeinflusst, weist er zurück.

Beide werben seit Wochen um die rund 12.000 Mitglieder der AfD Bayern. Der Konflikt dreht sich vor allem um den künftigen Kurs eines der größten AfD-Landesverbände Deutschlands.

Protschka wurde mit 79 Prozent der Stimmen als Landesvorsitzender bestätigt. 

Die Polizei hat strategisch die Absperrungen so gelegt, dass die Funktionäre und Mitglieder der Partei ungehindert von den Demonstrierenden die Halle betreten können.

red