Sunday, 22. March 2026
·

Niederbayern >> Sunday, 22. March 26

bild_klein_0000025136.jpg
OB-Stichwahl

Passau entscheidet sich für Rother

Die Entscheidung fällt klar aus – und sie überrascht am Ende kaum.

SPD-Kandidat Andreas Rother hat die Stichwahl für sich entschieden. Er setzte sich mit deutlicher Mehrheit gegen CSU-Kandidat Armin Dickl durch. Das genaue Ergebnis steht noch aus. Aktuell (19.20 Uhr, 42 von 66 Wahlgebieten) 66 Prozent für ihn.

Das Ergebnis folgt einer politischen Logik im Passauer Stadtrat: Neben der CSU mit neun Sitzen stellen die ökologisch orientierten Kräfte aus ÖDP und Grünen – zusammen elf Sitze nach dem Austritt der Grünen-Fraktionsvorsitzenden – einen starken Block. Wer in Umwelt- und Verkehrsthemen anschlussfähig ist, kann auf dieses Wählerpotenzial zählen. Vieles spricht dafür, dass ein Teil dieser Stimmen in der Stichwahl an Rother ging.

Die Wahlbeteiligung blieb niedrig - unter 50 Prozent.

Ob die mutmaßlich verloren gegangenen rund 1.700 Briefwahlunterlagen das Ergebnis beeinflusst haben, lässt sich nicht eindeutig klären. Fest steht: Die Stadt hatte in der Woche vor der Wahl ihre Informationskanäle genutzt und verlängerte Öffnungszeiten angeboten, damit Betroffene ihre Stimme dennoch abgeben konnten.

Anders als in vielen Stichwahlen gab es kaum offizielle Wahlempfehlungen. Eine Ausnahme bildete die „Passauer Liste“, die sich hinter Rother stellte. Eine breitere Mobilisierung über Parteigrenzen hinweg blieb jedoch aus.

Hinzu kommt ein Wahlkampf, der in der Schlussphase an Schärfe gewann. Ein Flugblatt aus dem Lager Dickl sorgte für Kritik: Während der CSU-Kandidat seine Positionen darlegte, blieb die Gegenüberstellung beim Mitbewerber teilweise leer beziehungsweise mit Fragezeichen versehen. Dickl verteidigte die Darstellung als zulässige Zuspitzung. Beobachter werteten sie als unangemessen.

Am Ende dürfte eine Mischung aus politischer Ausgangslage, Mobilisierung und Wahrnehmung des Wahlkampfs den Ausschlag gegeben haben – zugunsten von Andreas Rother.

red