Dienstag, 04. Oktober 2022
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Passauer Land >> Donnerstag, 15. September 22

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Zeugen diskutieren über die Wandschmierereien am Domplatzgebäude, das der Bischof "Home Base" taufte. (Foto: mediendenk)
Staatsschutz ermittelt

Passauer Domplatz: Graffiti-Attacke auf bischöfliches Gebäude

Mittags sind der Redaktion die ersten Bilder zugeschickt worden. Kurz darauf kam der Rückruf der Polizei, dass Anzeige erstattet worden ist: Unbekannte haben am Domplatz ein bischöfliches Gebäude mit Parolen der sogenannten Antisexistische Aktion Passau (AAP) beschmiert.   

„Fundis abtreiben“, „Pro Choice“ sind neben diversen Venusspiegeln an die graue Wand geschmiert worden. Die Schmiererinnen haben die Farbe Violett verwendet, die zu ihrem Markenzeichen gehört.

Bemerkung am Rande zur Kuriosität: Violett ist eine besondere Symbolfarbe der katholischen Kirche: Sie prägt den Advent und die Fastenzeit vor Ostern, steht für Stille und Besinnung, Umkehr und Buße.

Bei den anonym auftretenden AAP-Mitgliedern tritt das Violett eher in Verbindung mit "laut und aggressiv". Sie bildeten den fanatischen Kern der Demonstrierenden am Domplatz, die gegen Mitglieder der Lebensrechtsbewegung „Pro Life“ protestierten, die auf Einladung des Bischofs in der Stadt waren. Lesen Sie dazu den Bericht im aktuellen Heft „In Antifa-Manier“.

Der Konflikt entzündet sich an zwei entgegengesetzten Haltungen:

„Abtreibung ist Mord“, die Rede der Abtreibungsgegner, denen die katholische Kirche zugeneigt ist, die Lebensrechtsbewegung.

„Abtreibung ist ok“, beispielsweise auch wegen eines geplatzten Kondoms, das uneingeschränkte Recht der Frau über ihre Leibesfrucht, die Rede der Feministinnen und ihrer Anhänger.

Der Staatsschutz ermittelt wegen der Graffiti-Schmierereien. Entdeckt wurden die Schmierereien am Morgen, passiert ist es in der Nacht, schreibt die Pressestelle des Bistums auf Anfrage. Der Schaden werde auf mindestens 2.500 Euro geschätzt.


Mutmaßlich dieselben Aktivistinnen hatten zuletzt an einem Sonntagmorgen den südlichen Brückenkopf der Marienbrücke blockiert, um einer Wandergruppe der „Pro-Life“-Bewegung den Weg abzuschneiden. Wegen mehrfacher Nötigung ermittelt die Staatsanwaltschaft Passau gegen Unbekannt.

Die angegriffene katholische Einrichtung, ein Erwachsenen-Internat für Jünger und Jüngerinnen, die im Sinne des Bischofs Jesu nachfolgen, ist im vorigen Oktober eröffnet worden. Im Erdgeschoss wird ein öffentlich zugängliches Restaurant betrieben. Testweise hat die Stadt bis zum Christkindlmarkt die Bewirtung im Freien erlaubt, die am Domplatz sonst grundsätzlich verboten ist.

hud