Sonntag, 22. Mai 2022
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Passauer Land >> Donnerstag, 13. Januar 22

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„Keine Stadt ist so fotogen wie Passau!“, ruft das Plakat. Es ziert den Abriss des Altenheims St.-Johannis-Spital an der Donaulände. (Leserinnenfoto: B. Vitek/ Bürgerblick)
Altenheimabriss

Neue Baulöcher im Passauer Stadtbild

StĂ€dtische Altenheime reißen seit Jahrzehnten ein finanzielles Loch in den Haushalt. Eines dieser Draufzahlobjekte ist jetzt zum Loch im Stadtbild geworden.

Der Stadtrat hatte beschlossen, das St.-Johannis-Spital im Neumarkt aufzugeben und den Abriss verfĂŒgt. WĂ€hrend das GebĂ€ude auf der Seite zum Rindermarkt, im historischen Teil, in den letzten Jahren entkernt worden ist, wird der donauseitige Wohntrakt komplett abgetragen. Es öffnet sich eine BaulĂŒcke, die – wie donauabwĂ€rts die private Sanierung am Gasthaus „Zum blauen Block“ – das Stadtbild fĂŒr lĂ€ngere Zeit beeintrĂ€chtigen wird.

Bei der „Verkleidung“ der Baustelle zur DonaulĂ€nde ist eine unfreiwillige Komik entstanden, wie eine BĂŒrgerblick-Leserin heute entdeckte. „Keine Stadt ist so fotogen wie Passau!“, prangt ein Schriftzug auf dem Werbebanner am Bauzaun, hinter dem sich ein Bild der Zerstörung ausbreitet: zersplittertes GebĂ€lk, aufgerissenes Mauerwerk, loses Gewirr von freigelegten Kabeln und Leitungen.

Als Unterkunft fĂŒr „betreutes Wohnen“ soll die Einrichtung Ende 2024 wieder öffnen. Acht Monate sind laut einer Pressemitteilung fĂŒr den Rohbau, zwei Jahre fĂŒr den Innenausbau veranschlagt. Auf einer WohnflĂ€che von 2.500 Quadratmetern sollen 24 Wohnungen fĂŒr Alleinstehende und 22 Wohnungen fĂŒr Paare entstehen. Mehr als die HĂ€lfte der Wohneinheiten sind rollstuhltauglich. Im Erdgeschoss ist geplant ein Gemeinschaftsraum mit KĂŒche, in den vom Hochwasser gefĂ€hrdeten Untergeschossen 52 AutostellplĂ€tze.

Die Baukosten dĂŒrften angesichts der aktuellen Entwicklung bei Weitem den Rahmen sprengen, der 2019 bei geschĂ€tzten 15,5 Millionen Euro lag.

hud