Samstag, 22. Januar 2022
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Lokalnachrichten >> Samstag, 01. Januar 22

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AfD-Landtagsabgeordneter Ralf Stadler: Versammlungsleiter und Moderator am Kleinen Exerzierplatz. (Foto: mediendenk)
Polizeieinsatz

Neujahrstag in Passau: Corona-Redner statt Böllerschützen

Passau – Vier Demos, drei Schauplätze. Es blieb bei aller Meinungsverschiedenheit ein beschaulicher Neujahrstag. Die Polizeikräfte, die aus allen Abteilungen herangezogen worden sind, hatten alles im Griff.

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Linke Demonstrierende halten den Impfskeptikern vor, mit "Nazis Hand in Hand" zu gehen. (Foto: mediendenk)
Vorschriftsmäßig mit Abstand und Maske haben am Neujahrstag auf dem Kleinen Exerzierplatz rund 250 Menschen an einer Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen und Impfpflicht teilgenommen. Zu dieser ordentlich angemeldeten Versammlung hatte der AfD-Landtagsabgeordnete Ralf Stadler gerufen, der als Sprecher und Moderator auftrat. Den Impfskeptikern in Rufweite gegenüber standen an der Cagnes-Sur-Mer-Promenade linke Gruppierungen, die Stadlers Anhängern ein Transparent mit Poesie vorhielten: „Ihr seid nicht der ´Widerstand`, ihr geht mit Nazis Hand in Hand“.

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Am Passauer Domplatz treffen sich am Neujahrstag nicht die tradionellen Böllerschützen, sondern ein Mann mit Megafon und ihm Zuhörende - eine Gegendemo zur AfD-Veranstaltung. (Foto: mediendenk)
Eine Polizeikette am Eingang zur Ludwigsstraße verhinderte, dass sich Grüppchen zu einem verbotenen Marsch durch Fußgängerzone und Altstadt sammelten. An dieser Absperrung spielten sich die wenigen, etwas ruppigeren Szenen ab. Die Uniformierten hatten es mit Trotzköpfen, Männern und Frauen, zu tun, die unbedingt passieren wollten. Ein junger Mann legte es darauf an und wurde schließlich, von Beamten am Oberarm gepackt, dahin zurückgeschoben, wo er hergekommen war. Die Polizeikräfte hatten sich von vornherein strategisch positioniert. Zwei Streifenwagenbesatzungen neben dem südlichen Domportal, Eingang zur Zengergasse, waren beispielsweise in Doppelfunktion eingesetzt: die Gegendemo am Maxdenkmal sichern und den Durchgang Richtung Residenzplatz kontrollieren.

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Ein Dutzend Unifomierter riegelt den Zugang zur Ludwigsstraße ab. (Foto: mediendenk)
Normalerweise treffen sich am Neujahrstag auf dem Domplatz die Böllerschützen zum ohrenbetäubenden Krach. Ihr Auftritt ist heuer zum zweiten Mal ausgefallen. Stattdessen erzählt dort heute unter dem Maxdenkmal ein junger Mann mit Megafon, schwarzer Hut, rote lange Haare, von seinen Erfahrungen in der Pandemie. Diese angemeldeten Gegendemos, jeweils ein paar Dutzend Vertreter der in der Pandemie Umsichtigen und Rücksichtsvollen, hatten die wichtigsten Plätze der Altstadt besetzt. Auf dem Rathausplatz zeigten sich auch ehemalige und amtierende Grünen-Stadträte.

Stadler lässt Freiwillige, die er Mutige nennt, ans Mikrofon. Seine Kernbotschaft: Geimpfte verbreiteten das Virus ebenso wie Ungeimpfte. Es soll irgendwie durchklingen, dass Geimpfte eine Gefahr darstellen. Dass für die Impfung mildere Krankheitsverläufe, ein geringeres Risiko einer Krankenhauseinweisung und die Tatsache sprechen, dass die Impfhochburg Passau die niedrigste Siebentagesinzidenz Bayerns aufweist, wird verschwiegen. Eine angebliche Krankenschwester verkündet empört, wie sie als Ungeimpfte ausgegrenzt werde. Sie gerät in Rage, droht hinzuwerfen. „Die Kranken werden dann schon sehen, wo sie bleiben.“ Ansonsten erklingen auf der AfD-Veranstaltung die üblichen Angriffe: gegen die PNP, gegen Bürgerblick, gegen die Maskenpflicht. „Beim nächsten Mal kriegen wir es ohne Maske hin“, gibt sich Versammlungsleiter Ralf Stadler zuversichtlich. Er wolle das samstägliche Treffen wiederholen.

hud

 
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