Samstag, 22. Januar 2022
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Bayern >> Freitag, 31. Dezember 21

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Orangefarbene Insel im roten Meer: Passau beweist, dass hohe Impfquoten der Weg aus die Pandemie sind. Impfgegner nutzen die Stadt dennoch als Demoschauplatz. (Quelle: RKI)
Paradoxien der Pandemie

Impfhochburg Passau: AfD-Aktivist fĂŒhrt Zug der Impfgegner an

Dass Gegner der Impfung und einer diskutierten Impfpflicht ausgerechnet in einer Stadt marschieren, die unzweifelhaft demonstriert, dass Impfen der Weg aus der Pandemie ist, bleibt ein Paradoxon fĂŒr sich. 

Passau hat heute die niedrigste Corona-Inzidenz aller bayerischen StĂ€dte, liegt zusammen mit dem Landkreis Wunsiedel als einzige Kommune unter 100. Ein krisenerprobter SPD-OB hat erfolgreich durchgesetzt, dass sein Impfzentrum nie ganz geschlossen war und mit seinem Seuchenstab von Anfang an HausĂ€rzte eingesetzt.

Die DreiflĂŒssestadt ist mitunter Leidtragende ihrer AttraktivitĂ€t: Da sind die echten Touristen, die zu besseren Zeiten in großen Scharen ihre Schönheit genießen; die unentwegten Verkehrsströme der Tanktouristen gen Österreich, die auf den Geldbeutel schauen und eben immer wieder Demo-Touristen, die auf dem Pflaster der engen Gassen sich besonders laut und stark vorzukommen glauben. 

FrĂŒher waren es die AufmĂ€rsche der Neonazis, die angereist aus der ganzen Republik und aus SĂŒdtirol das Stadtleben teilweise lahmlegten. Neuerdings sind es Anti-Coronamaßnahmen-Aktivisten aus rechtsextremen Ecken, die sich mehren durch AnhĂ€nger aus den AfD-Hochburgen der umliegenden Landkreise. Dass harmlose BedenkentrĂ€ger der Corona-Politik zu ihren MitlĂ€ufern geworden sind, verschlimmert die Lage. Dennoch reprĂ€sentiert dieses Straßenvolk, das den Staat vorfĂŒhren will, nur eine einstellige Prozentzahl der Bevölkerung. In der Impfhochburg Passau ist ihr Anteil verschwindend gering. Dies sollte man sich angesichts verstörender Bilder der illegalen AufmĂ€rsche stets vor Augen halten.

Den Staat vorzufĂŒhren hat sich, ein erneutes Paradoxon, in unserer Region ein Mann zur Aufgabe gemacht, der ihn als gewĂ€hlter Volksvertreter eigentlich mit Vernunft und Anstand vertreten sollte: AfD-Landtagsabgeordneter Ralf Stadler. Er liefert beispielsweise ĂŒber den Kanal Telegram Ideen, wie sich das Versammlungsrecht austricksen lasse. Morgen tritt er in Passau als Versammlungsleiter der Pandemieleugner auf. Zuletzt filmte er sich in Waldkirchen in diebischer Freude darĂŒber, dass ein „Spaziergang“ der Massen ohne Maske und Abstand gelungen, Rechtsstaat und Polizei erneut ĂŒbertölpelt worden seien. 

Stadler steht fĂŒr die Ungeister der Demokratie, die es auszutreiben gilt. Nach der ersten Seuchenwelle hatte die blaue Partei der Populisten vergeblich versucht, auf den Zug der Pandemieleugner aufzuspringen, morgen will sie ihn in Passau anfĂŒhren.

Hubert Jakob Denk

 
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