Montag, 20. September 2021
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Auf dem für Reifenfahrzeuge befestigten Granitbahngleis soll Passauer Nahverkehr der Zukunft rollen: batteriebetrieben und autonom. (Quelle: Präsentation Stadtrat)
Überraschung beim Zukunftsprojekt Nahverkehr

Granitbahn soll Rückgrat für führerlose Passauer Pendelbusse werden

Ausgerechnet die über Jahrzehnte geschmähte Granitbahn, die Schiene, die in Passau Grubweg, Innstadt und Hauptbahnhof verbindet, soll das Rückgrat eines neuen führerlosen Pendelbusses werden.

Die Passauer Stadträtinnen und Stadträte haben heute einstimmig beschlossen, die Planungen für autonom fahrenden Nahverkehr fortzusetzen, weitere 100.000 Euro für dieses Zukunftsprojekt bereitzustellen.

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Zweiwegebetrieb auf dem städtischen Gleis der Granitbahn? Schienenfahrzeuge und batteriebetriebene mit Gummireifen. (Präsentation: Stadtrat Passau)
Die in das Projekt eingebundenen Vertreter der Partnerunternehmen, von der DB Regio bis zur Zahnradfabrik, haben heute drei mögliche Strecken für den Pendelbetrieb von autonom rollenden Wagen vorgestellt: 

  • von einem neu zu errichtenden Großparkplatz am Winterhafen Racklau zum Parkhaus Güterbahnhof, wofür ohne großen Aufwand eine der vier Fahrspuren der Bundesstraße 8 genutzt werden könnte;
  • vom Hauptbahnhof über ZOB und Universität zum Klinikum, die logistisch und technisch aufwändigste Umsetzung;
  • von der Zahnradfabrik in Grubweg auf der vorhandenen Schiene der Granitbahn über die Donau und entlang der Innstadt zum Fünferlsteg, wobei für diese Zweiwegelösung die Gleise auf drei Metern Breite für die Gummireifen der autonom fahrenden Wagen befestigt, asphaltiert oder mit Platten belegt werden müssten.

Verkehrsminister Andreas Scheuer hatte im Passauer ZF-Werk in Patriching vor drei Monaten das Zukunftprojekt vorgestellt, das sogenannte batteriebetriebene "Personengefäß".

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Die Projektentwicklunger haben sich bereits über das Design der Wagen Gedanken gemacht: Rot-Weiß, die Farben der DB und der Stadt Passau; der Passauer Wolf im Fensterglas. (Quelle: Präsentation Stadtrat)
Das höchste Verkehrsaufkommen, diese Aussage erstaunte vor allem die langjährigen Kämpfer für die Wiederbelebung der Granitbahn, wurde der letztgenannten "Hybridstrecke" attestiert. Sie steht nach Angaben der Projektentwickler an erster Stelle, könnte bis 2024 ausgebaut sein. Die im Straßenverkehr eingegliederte selbstfahrende Innenstadt-Linie Hauptbahnhof-Klinikum könnte angeblich bis 2026 umgesetzt werden. Die Verbindung am Donauufer wurde vom Rathaus verworfen, da hier die wenigsten Fahrgäste zu erwarten seien und der OB es „kurios“ nannte, wenn im Berufsverkehr auf der um eine Spur beschnittenen Bundesstraße 8, die Regensburger Straße, sich die Pendler an dem "leeren Pendelbus vorbeizwängen“ müssten.

Die Politiker der Öko-Opposition zeigten sich durchwegs überrascht über den Sinneswandel bei der Bewertung der Granitbahnstrecke und wünschten sich, dass der Verkehr der Gegenwart – Beispiel Radwegenetz – ebenso zügig angepackt würde wie der Verkehr der Zukunft.

Konservative Vertreter im Stadtrat, die sich von der Straße nicht trennen können, fragten tatsächlich nach, ob wenigstens im Notfall auf dem für Gummiräder ertüchtigten Gleis auch Autos rollen könnten. Das Eisenbahnrecht ließe dies nicht zu und die Eisenbahnbrücke sei für diese Nutzung ohnehin nicht tauglich, beantwortete der Inhaber der Strecke, der Vertreter der Bayerischen Regionaleisenbahn die entsprechenden Fragen. Umgekehrt hatten Öko-Politiker befürchtet, dass das "aphaltierte Gleis" der erste Schritt zur Straßennutzung sein könnte.

Die Frage, warum auf diesem städtischen Gleis nicht einfach batteriebetriebene Schienenfahrzeuge eingesetzt werden, hatte keiner gefragt. Die Granitbahn ist nach den bisherigen Planungen an keiner Stelle mit den anderen angedachten autonom rollenden Pendelbuslinien verbunden. Zudem garantiert nur das schienengebundenen Fahrzeug die Anbindung vom Kreuzfahrthafen Lindau bis zum Hauptbahnhof. 

Um die Wohnsiedlungen in Ilzstadt und am Anger wirksam vom Verkehr zu entlasten, müssten die Pendler an der Bundesstraße 388 zum Umsteigen bewegt werden, hier ein Großparkplatz entstehen. Ob die Zahnradfabrik in Grubweg für dieses Umsteigezentrum einen Teil ihres Firmengeländes bereitstellt oder die Stadt auf eigene Flächen zurückgreift, sei noch nicht entschieden, sagte der Oberbürgermeister. Die Stadtwerke besitzen dort am nördlichen Donauufer Naturflächen.

hud

 

 
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