Samstag, 06. Juni 2020
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Printmagazin >> Freitag, 22. Mai 20

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Bildschirmfoto eines gefälschten Bürgerblickbeitrags, wie er im Netz geteilt wird. An acht Stellen, gelb markiert, wurden Veränderungen vorgenommen.
Blödsinn vom Bürgerblick?

Fälscher im Netz

Ist der Denk zu blöd einen geraden Satz zu schreiben? Heute hat der Herausgeber dieses Magazins kurz selbst daran gezweifelt. 

Er hatte seinen Beitrag ĂĽber den anstehenden Prozess eines Passauer "Promi-Wirtes" ins Netz gestellt. Kurz darauf kam von einem Wirt, der daran wohl sehr interessiert war, eine Whatsapp-Nachricht: „Ist das ein Schreibfehler?“ Zwei Bildschirmfotos des Beitrags waren mit Markierungen beigefĂĽgt. 

Der Journalist sah den ersten Schreibfehler, dass er das Wörtchen „lag“ offenbar wiederholt hatte. Das kann passieren, dachte sich Denk, denn er arbeitet in der Online-Redaktion als Einzelkämpfer und benutzt oft Diktierprogramme, damit es schneller geht. Aber als er weiterlas, wurde es wirklich unerträglich: Da standen Sätze ohne Sinn, reihten sich unverständliche Worte, als hätte sich der Redakteur bei diesem Text dem Vollsuff hingegeben. 

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Reaktion eines Facebook-Lesers, der auf die Fälschung hereingefallen ist.
Das nĂĽchterne Ergebnis: Das Bildschirmfoto vom BĂĽrgerblickbeitrag ist eine Fälschung. Ein Unbekannter/ oder ein Schadprogramm - nimmt sich offenbar die MĂĽhe/ ist darauf progammiert, in den Textblock mit digitalen Löschungen und HinzufĂĽgungen so einzugreifen, dass es sich radebrechend und wirr liest. Das Bildschirmfoto mit dem Stammeltext bringt der Fälscher ĂĽber Whatsapp oder Facebook in Umlauf. Wer den Vergleich mit dem Originaltext auf www.buergerblick.de nicht zieht, ist entsetzt oder amĂĽsiert ĂĽber die Dummheit des Verfassers.

Man muss sich wohl damit abfinden, dass der Bodensatz der Gesellschaft in der Anonymität des Netzes vor kriminellen Handlungen nicht zurückschreckt. Der Sinn dieser Fälschungen ist klar: Der Journalist soll diskreditiert, unglaubwürdig gemacht, ins Lächerliche gezogen werden.

Strafanzeige gegen Unbekannt? Bringt das was? Denk, der sich heute furchtbar aufgeregt hat, als er diesen Schmutz entdeckte, wird eine Nacht darĂĽber schlafen.

Wenn Ihnen auf Facebook oder Whatsapp solche fehlerstrotzenden, unsinnigen BĂĽrgerblick-Beiträge zugeschickt werden, bitte in Kopie an "info @ buergerblick.de" senden. Die echten Beiträge, sicher nicht immer fehlerfrei, aber garantiert nicht sinnentstellt, finden Sie ausschlieĂźlich auf der Originalseite.

Die Recherche hat ergeben, dass kriminelle Fälschungen unserer Texte kein Einzelfall sind. Zuletzt vergriff sich der Unbekannte am Beitrag zu den „Corona-Demos“. An wenigen Stellen verrät er seine Absicht und Haltung. „Drei andere Demos stellen sich gegen die Inhalte der Corona-Protestierer“, wird bei ihm zu „Drei andere Demos stellen sich gegen die Rechte der Corona-Protestierer.“ Er liebt den plumpen Witz, wenn er die Infektionsausbreitung zur Erektionsausbreitung abändert.

Am gefälschten Beispieltext, siehe Foto, haben wir die teils humorvollen, teils hirnrissigen Abänderungen markiert:

  • aus der „Anklagebank“ wird die „Schuldbank“
  • aus der „geplanten“ GeldĂĽbergabe eine „historische“
  • der Ex-TĂĽrsteher wird von der Kripo nicht „festgenommen“, sondern „erledigt"
  • aus „mutmaĂźlich“ wird „licherlicher“
  • sich „Medien gegenĂĽber äuĂźern“ wird „Medienerscheinung“

Selbst die Bildunterschrift blieb nicht unberührt: "Die Gratis-Gazetten erhoben den mutmaßlichen Erpresser zum "Promi-Wirt" wird verändert zu "Die Gratis-Gazetten-Anhaltspunkte des Schuldlichen zum "Promi-Wirt".

Nachtrag: Es gibt Anhaltspunkte, dass die verfälschten Texte nur auf Android-Handys angezeigt werden. .

hud

 

 
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