Samstag, 30. Mai 2020
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Bayern >> Donnerstag, 05. Dezember 19

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Bühnenpräsenz, Klavierspiel, kritische Texte: Beilgewinnerin Lucy van Kuhl. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Scharfrichterhaus

Das große Beil geht an: stark, weiblich, blond

„Sie kann Klavier und Deutsch“, hatte Moderator Holger Paetz die Nummer 4 des Abends angekĂŒndigt. Beides zutreffend und mitreißend. Bereits beim ersten Griff in die Klaviatur, das schulterlange blonde Haar lĂ€ssig hinters rechte Ohr geklemmt, bewies die studierte Germanistin und klassische Pianistin die stĂ€rkste BĂŒhnenprĂ€senz aller sechs Bewerber.

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Blonde Frau, scharfes Beil: Gewinnerin Corinna Fuhrmann alias Lucy van Kuhl. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Lucy van Kuhl, die im richtigen Leben Corinna Fuhrmann heißt, haut in die Tasten und singt davon, dass auch Koffer GefĂŒhle haben; harte Schale, verletzliches Innenfutter, Rendesvouz im Zugabteil. Die 36-JĂ€hrige hĂ€lt dem Überangebot den Spiegel vor: Die nummerierten 200 verschiedenen Gerichte auf der Speisekarte beim Inder, die vielen Typen auf Tinder. „Zu viel Auswahl! FĂŒhle mich als wĂ€re ich bekifft“, singt sie und wĂŒnscht sich im passenden Reim dazu eine App, „die fĂŒr mich Entscheidungen trifft.“ Ihr Fazit: "Weniger ist mehr."

„Sehr tolle PrĂ€sentation, inhaltlich könnte noch etwas mehr in den Koffer“, verliest der Moderator nach der BeilĂŒbergabe die Anmerkung der Jury. „Das ist in 20 Minuten schwer“, entschuldigt sie sich beim Publikum. Auf einer Kreuzfahrt hat die Kölnerin ihren Förderer kennengelernt, Konstantin Wecker. Er nahm sie unter Vertrag.

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Musikkabarett ĂŒberwiegt: Kandidat Mathias Kellner mit Gitarre. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Lieder ĂŒber die Liebe bestimmen den Abend. Sie singt, dass es frĂŒher, beim billligen Wein viel leidenschaftlicher war, es genĂŒgten die Sterne am Firmament. Heute mĂŒsse es ein Sterne-Restaurant sein. Sie wĂŒnscht sich „KĂŒsse ohne Kaviar, Liebe ohne Lachstatar, TrĂ€ume ohne TrĂŒffelöl.“

BerĂŒhrt hat auch der Straubinger Mathias Kellner, ein Melancholiker an der Gitarre, mit dem Lied ĂŒber Sabine, seine erste Jugendliebe. Ein Spruch hat der Jury besonders gefallen, der Ratschlag seiner pubertierenden Freunde, sich Sabine aus dem Kopf zu schlagen: „Des daschiabsd Du ned, wos de dabremst!“

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Mundartkabarett bei Brot, Bier und Speck: der MĂŒhlviertler Dietmar Ebenhofer alias Didi Sommer. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Dietmar Ebenhofer aus dem MĂŒhlviertel, der uns bei Speck und Bier weismachen will, dass in Antibiotika auch „bio“ steckt und der in einem Dorf wohnt, wo ein Gourmet-Pfarrer sich Knoblauch auf die Hostien schmiert, ist der Publikumsliebling gewesen und landet auf Platz 2, mittleres Beil.

 
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