Montag, 16. Mai 2022
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Brennpunkt >> Donnerstag, 26. Februar 09

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Zu viele Überstunden? Gewerbeaufsicht prüft PNP

In der heutigen Betriebsratsversammlung der Neuen Presse Verlags GmbH (NPV) wurde es offenkundig, dass die Vorgänge im Hause weite Kreise ziehen: Ein Mitarbeiter vom Gewerbeaufsichtsamt in Landshut reiste nach Passau und stellte bei der Geschäftsleitung unbequeme Fragen. Müssen die Redakteure mehr Arbeitsstunden ableisten als der Gesetzgeber erlaubt?

Nach der Zerschlagung der Stadtredaktion hatten Lokaljournalisten vernehmbar gestöhnt, dass 12 bis 14 Stunden am Tag eine Zumutung seien. Ein entsprechender Bericht des Stadtmagazins „Bürgerblick“ schlug sich auch bei der Bayerischen Staatszeitung nieder. So drang die Kunde der angeblichen Ausbeutung von Schreiberlingen hinaus ins Land.

Die Redakteure könnten nun angehalten werden, ein Stundenbuch zu führen. In der Praxis sieht das nicht so einfach aus. „Wer will schon gerne beim Chefredakteur antanzen und sich rechtfertigen“, heißt es. Mehr als zehn Stunden zu schreiben sei ohenhin nicht erlaubt. „Dann können wir ja künftig Donnerstagmittag nach Hause gehen“, feixt ein Redakteur in der Zentrale in Sperrwies.

Heute waren manche Redaktionen bis zum Nachmittag telefonisch nicht erreichbar. Großer Umzugstag. Abteilungen wurden zum neuen „Nachrichtentisch“ zusammengelegt. Mit der Zeitungsproduktion konnte erst verspätet begonnen werden –  Überstunden fallen offiziell wohl wieder keine an.

Bei der großen Betriebsversammlung ließen sich Chefredakteure und Verlagsspitze erst gar nicht blicken. „Beschämend“ nannte das die Geschäftsführerin des Bayerischen Journalistenverbandes (BJV), Frauke Ancker.

Verlegerin Simone Tucci-Diekmann, so ist zu erfahren, weilt im Ausland. Weil ihr der Dialog mit den Beschäftigten so wenig wert ist, steigt wieder das Gerücht , sie wolle den Laden einem Investor auf dem Silbertablett servieren.