Freitag, 06. November 2026
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Energie und Geldbeutel

Stadtwerke Passau: Gas wird 20 Prozent, Strom gut 13 Prozent teurer

Passau - Schlechte Nachrichten kommen gerne am Freitagnachmittag. Journalisten kennen das von früher, als Anwaltskanzleien kurz vor dem Wochenende noch Faxe mit Unterlassungsforderungen oder Gegendarstellungen verschickten. Diesmal trifft es die Passauer Haushalte: Die Stadtwerke kündigen zum 1. Januar 2027 deutliche Preiserhöhungen für Strom und Gas an.

Strom: 13,4 Prozent mehr

Im üblichen Haushaltstarif „Strom+“ steigt der Bruttopreis von 29,48 auf 33,42 Cent je Kilowattstunde. Das entspricht einer Erhöhung um 13,4 Prozent. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.000 Kilowattstunden zahlt künftig 855,23 statt 776,43 Euro. Das sind 78,80 Euro mehr im Jahr. Der Grundpreis und die Kosten für den Stromzähler bleiben unverändert.

Gas: 20,1 Prozent mehr

Noch stärker trifft es Haushalte, die mit Erdgas heizen. Im für sie üblichen Heizkundentarif „Erdgas+ S3“ steigt der Bruttopreis von 10,42 auf 12,51 Cent je Kilowattstunde. Das entspricht einer Erhöhung um 20,1 Prozent. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden zahlt künftig 1.966,50 statt 1.653 Euro. Die jährliche Mehrbelastung beträgt 313,50 Euro. Der Grundpreis bleibt bei 90 Euro.

Ein Vergleich zeigt: Gas geht auch günstiger

Dass Gas nicht überall so teuer sein muss, zeigt ein aktuelles Angebot eines bundesweit tätigen Energieversorgers, der zu einer mehrheitlich kommunalen Unternehmensgruppe gehört. Dieser verlangt 11,13 Cent je Kilowattstunde. Obwohl dessen Grundpreis um 67,08 Euro über dem der Stadtwerke liegt, ist dieser Anbieter bei einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden günstiger: Die Rechnung beläuft sich auf 1.826,58 Euro, bei den Passauer Stadtwerken künftig auf 1.966,50 Euro. Das ergibt einen Unterschied von knapp 140 Euro im Jahr. Der alternative Tarif bietet zudem eine Preisgarantie über 24 Monate, verbunden mit einer ebenso langen Vertragslaufzeit.

Warum steigen die Preise?

Die Stadtwerke begründen die Erhöhungen vor allem mit gestiegenen Beschaffungskosten. Internationale Konflikte, eine hohe Nachfrage und niedrige Füllstände europäischer Gasspeicher hätten den Einkauf verteuert. Beim Strom kommen höhere Netzentgelte und Umlagen hinzu. Geschäftsführer Matthias Wolf erklärt, man habe intensiv daran gearbeitet, die Kostensteigerungen möglichst abzufedern.

Wie hoch die tatsächlichen Beschaffungskosten der Stadtwerke sind und um wie viel sie gestiegen sind, bleibt allerdings offen. Die Pressemitteilung nennt dazu keine Zahlen. Ob die angekündigten Erhöhungen in voller Höhe notwendig sind, lässt sich deshalb nicht überprüfen. Die betroffenen Kunden werden rechtzeitig über die neuen Preise informiert.

Unabhängigkeit zahlt sich aus

Die steigenden Energiepreise zeigen auch, was es bedeutet, sich von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen. Wer sein Haus mit einer Wärmepumpe heizt, muss sich um steigende Gaspreise keine Gedanken mehr machen. Und jede Kilowattstunde, die nicht mehr aus Erdgas gewonnen werden muss, verringert den Ausstoß von Treibhausgasen, die zur Erderwärmung beitragen. Wer dann noch eigenen Solarstrom nutzt, macht sich ein weiteres Stück unabhängiger.

red

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