Passau - Wie verändert sich das Klima in unserer Region? Welche Folgen drohen? Am Donnerstagabend stellt ein Klimaexperte des Bayerischen Landesamtes für Umwelt im Audimax der Universität Passau aktuelle Daten und Prognosen vor.
Der Vortrag könnte kaum aktueller sein. Vom 24. Mai bis zum 8. September reichte in Passau in diesem Jahr die Hitzeperiode. An diesen beiden Tagen kletterte das Thermometer erstmals und letztmals auf mindestens 30 Grad. Dazwischen zählte unsere Bürgerblick-Wetterstation 45 Hitzetage, davon acht mit mindestens 35 Grad. Der Spitzenwert lag am 28. Juni bei 38,4 Grad.
Seit einem halben Jahr führen Donau und Inn Niedrigwasser. Der Innpegel sank zeitweise auf gerade einmal 99 Zentimeter. Fracht- und Kreuzfahrtschiffe bekamen die Folgen zu spüren.
Im Bayerischen Wald, im Unteren Bayerischen Wald und im Passauer Oberland schlagen Bürgermeister Alarm, weil sinkende Grundwasserstände die Wasserversorgung ihrer Gemeinden gefährden.
Dazu passt eine alarmierende Nachricht der Vereinten Nationen von heute: Mit der gegenwärtigen Klimapolitik steuert die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine Erwärmung um 2,8 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Selbst wenn alle Staaten ihre angekündigten Maßnahmen umsetzen, wären es noch 2,6 Grad. Das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Erwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, rückt damit in weite Ferne.
Besonders bitter: Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Aussichten sogar verschlechtert, vor allem durch den Rückzug der USA aus ihren Klimaschutzverpflichtungen. Was dabei oft untergeht: Die 2,8 Grad sind ein weltweiter Durchschnittswert. Europa erwärmt sich deutlich schneller als die Erde insgesamt. Gerade das Binnenland Mitteleuropas profitiert weniger vom ausgleichenden Einfluss der Meere.
Und während die Warnungen immer eindringlicher werden, erreicht die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre neue Rekordwerte. Und die Politik? Sie übt sich weiter im Aufschieben. Statt den Wandel zu beschleunigen, wollen Deutschland und Frankreich das geplante Ende neuer Verbrennerautos ab 2035 aufweichen. Dabei wird den Menschen viel zu selten erklärt, welche Chancen der Umstieg auf erneuerbare Energien bietet. Wer Sonne, Wind, Wasserkraft und Speicher konsequent nutzt, kann langfristig Kosten senken, die Umwelt schonen und sich unabhängiger von fossilen Energieträgern und deren mächtigen Interessengruppen machen.
Dass sich die Politik von diesen Lobbys leiten lässt, ist eine Vermutung, aber angesichts mancher Entscheidungen keine abwegige.
Was bedeutet das alles konkret für Passau und Niederbayern? Darüber spricht am Donnerstag Christopher Zier vom Bayerischen Landesamt für Umwelt. Der stellvertretende Referatsleiter im Klimazentrum stellt aktuelle Klimadaten und Prognosen für die Region vor. Veranstalter ist der Lehrstuhl für Physische Geographie mit Schwerpunkt Mensch-Umwelt-Forschung unter Professorin Christine Schmitt.
"Die Klimaentwicklung in der Region Passau", Donnerstag, 22. Oktober // 19 Uhr // Universität Passau, Audimax, Hörsaal 9, Innstraße 31.
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