
· | Niederbayern >> Freitag, 16. Oktober 26
„Sommernachtstraum“ in Passau: Jetzt zeigt die Intendantin ihre HandschriftPassau/ Landshut/ Straubing - Nach dem turbulenten Auftakt mit „Fantasio“ folgt heute die zweite Premiere der neuen Spielzeit. Diesmal führt Intendantin Astrid Großgasteiger selbst Regie. Shakespeare wird dabei zum Spiel mit Macht, Geschlechterrollen und der Freiheit, ein anderer Mensch zu sein. Die erste Premiere unter der neuen Theaterleitung hat die Gemüter gespalten. Offenbachs „Fantasio“ begeisterte mit Spielfreude und Akrobatik, manche Zuschauer empfanden den Abend als überdreht. Die Kritiken fielen überwiegend positiv aus. Jetzt folgt im Fürstbischöflichen Opernhaus die erste Schauspielpremiere: Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“. Und erstmals lässt sich erleben, welche Handschrift die neue Intendantin Astrid Großgasteiger selbst als Regisseurin trägt.
Für ihre erste Inszenierung hat Großgasteiger den „Sommernachtstraum“ auch aus einem ganz praktischen Grund gewählt: Das Stück bietet fast dem gesamten Schauspielensemble Gelegenheit, auf der Bühne zu stehen. Es es ein idealer Einstieg, um ihre Schauspieler kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten. Zwölf Mitwirkende übernehmen die Rollen, viele davon gleich mehrere. Mit Ausnahme des Gastes Maximilian Bendl, ein gebürtiger Rosenheimer, gehören alle zum festen Ensemble.
Genau hier setzt Großgasteiger an. Im Programmheft beschreibt dei Dramaturgin eine Welt, in der Männer selbst über die Ehen und Körper der Frauen bestimmen. Die Regisseurin dreht deshalb einzelne Situationen um. Wo bei Shakespeare Lysander seiner Hermia körperlich näherkommen will, als sie zulässt, sucht in Passau Hermia die Nähe und Lysander zieht die Grenze. „Dann sieht man, was das Lachen eigentlich trägt: unsere Gewohnheit“, sagt Großgasteiger. Auch die Handwerkertruppe erhält eine Frau, die sich gegen festgelegte Rollenbilder auflehnt. Und die Darsteller wechseln zwischen der Alltagswelt und ihren freieren Gegenbildern im Elfenwald. Großgasteiger wünscht sich, dass die Zuschauer das Theater „mit ein bisschen Feenstaub auf dem Jackett oder dem Kleid“ verlassen und ihre eigenen Klischees hinterfragen.
Regie: Astrid Großgasteiger. Ausstattung: Hannah Landes. Musik: Katrin Schweiger. Choreografie: Nwarin Gad, der bereits bei „Fantasio“ mitwirkte. Dramaturgie: Dana Dessau.Die Aufführung dauert laut Programm etwa zwei Stunden und 20 Minuten einschließlich einer Pause. Weitere Vorstellungen am 17., 18., 30. und 31. Oktober, 27. und 28. November sowie 13. und 14. Februar.
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