Donnerstag, 08. Oktober 2026
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Preisverleihung im PNP-Medienzentrum: Altverlegerin Angelika Diekmann, Hape Kerkeling und Hannes Ringlstetter. (Bildschirmfoto: PNP-Livestream)
PNP-Bühne

Hape Kerkeling erhält Preis in Passau

Passau - Hape Kerkeling ist heute Abend bei der PNP-Reihe „Menschen in Europa“ ausgezeichnet worden. Der Kabarettist kehrte damit einmal mehr in die Stadt zurück, in der seine Karriere früh Fahrt aufnahm. Nach seiner Rede im Thüringer Landtag dürfte sich das Interesse auch auf seine politischen Aussagen richten.

Bei „Alles Hape – ein Abend mit Kerkeling“ im Passauer Medienhaus in der Sperrwies zeichnete Altverlegerin Angelika Diekmann den Künstler mit dem „Menschen in Europa Award“ aus. Gewürdigt werden sein künstlerisches Schaffen und sein gesellschaftliches Engagement. Die Veranstaltungsreihe findet zum 30. Mal statt. Mit dieser Auszeichnung für das "mittlerweile ausgewachsene Bürscherl" betrete "Menschen in Europa" ein neues Terrain, sagte Diekmann. Mit "Bürschel" zitierte sie, wie die Scharfrichterleute ehemals den Preisträger Hape Kerkeling nannten.

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Kabarettisten Hannes Ringlstetter und Hape Kerkeling, hier in der Jury "Scharfrichterbeil" von 2023, treffen sich heute als Laudator und Preisträger im PNP-Medienzentrum. (Foto: mediendenk)
Laudator Hannes Ringlstetter begrüßte im Publikum Sigi Zimmerschied, der gestern Geburtstag feierte; und den Ehrengast Ottfried Fischer. Bei wurden mit herzlichem Applaus bedacht. PNP-Feuilletonchef Raimund Meisenberger hatte in seiner kurzen Ansprache Kerkeling als "ganz besonderen Gast" hervorgehoben: "Viele sagen sogar, dieser Mann hätte vielleicht das Format zum Bundespräsidenten."

Erst am 30. September sprach Kerkeling bei einer Anhörung im Thüringer Landtag über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren. Er erinnerte an seinen Großvater, der im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert war, und sprach sich für ein Verbotsverfahren aus. Seine Rede fand bundesweit Aufmerksamkeit.

Mit Passau verbindet Kerkeling ein früher Erfolg: 1983 gewann der 18-Jährige als erster Preisträger das Scharfrichterbeil. Zum 40. Jubiläum des Kabarettpreises kehrte er im Dezember 2023 ins Scharfrichterhaus zurück und saß in der Jury. Unser Foto erinnert an diesen Besuch: Kerkeling mit Hannes Ringlstetter. Gestern Abend war Kerkeling erneut im Scharfrichterhaus, diesmal zum Essen mit Ringlstetter, um sich über die bevorstehende Preisverleihung und die aktuelle politische Lage auszutauschen.

Viele Ehrengäste und Medien waren zu diesem Ereignis eingeladen. Der Bürgerblick gehört nicht dazu. Das unabhängige Magazin trägt seit Jahrzehnten zur Medienvielfalt in Passau bei. In der "Passauer Neue Presse" (gewachsen zur „Mediengruppe Bayern“) kommt es allerdings weder als Quelle noch als Gegenstand der Kritik vor. Wie einst das Scharfrichterhaus, merkt der Autor ironisch an.

Betrachtet die Historie gibt es eine hübsche Pointe: Einst boykottierte das Passauer Medienhaus die linke Kabarettbühne Scharfrichterhaus. Münchner Medien gaben daraufhin den Anstoß zum Kabarettistenwettbewerb "Scharfrichterbeil", das der Bühne mehr Aufmerksamkeit verschaffen sollte. Heute zeichnet ausgerechnet dieses Passauer Medienhaus den allerersten Beil-Gewinner aus. Hape Kerkeling schafft offenbar, was dem Bürgerblick bislang nicht gelingt: Er steht auf beiden Gästelisten. Dazu gilt es allerdings zu ergänzen, dass das Verlagshaus heute unter einer anderen Führung steht.

Unserer Leserschaft empfehlen wir dennoch, den Abend zu verfolgen. Die Veranstaltung wird ab etwa 18.05 Uhr kostenlos auf pnp.de übertragen. Welche Töne wird Kerkeling nach seiner viel beachteten Rede in Passau anschlagen?

Ein Bewerbungsschreiben als Gedicht "Hape für Europa" hat sich Ringslstetter für seine Laudatio ausgedacht, "so schrecklich", das man bestimmt erkenne, dass es nicht von einer KI ausgespuckt worden ist. Nach der Preisverleihung führten die Kabarettisten einen Dialog, der unter anderem eine problematische demokratiefeindliche Partei und die starke Haltung der Kirche aufgriff. 

hud