Thursday, 10. September 2026
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Der Einsatzort in Vilshofen. (Grafik: mediendenk/ maphub)
Ängstlicher Nachbar

Schreckschusspistole in Vilshofen: Drei Polizeistreifen rücken an

Vilshofen/ Dingolfing/ Passau - Eigentlich wollten sie nur die neue Wohnung ausmessen. Wenig später hält ein Nachbar eine Schreckschusswaffe aus dem Fenster. Drei Polizeistreifen rücken an.

Am Samstag gegen 19.20 Uhr kamen ein 30-Jähriger und sein 31 Jahre alter Bekannter zu dem Mehrfamilienhaus in der Ortenburger Straße. Der 30-Jährige zieht demnächst von Dingolfing nach Vilshofen. Sein Bekannter aus Hofkirchen half beim Ausmessen. Die Erlaubnis des Vermieters hatten sie.

Ein 74 Jahre alter Bewohner im ersten Stock bemerkte die beiden Männer und sprach sie aus dem Fenster an. Er wollte wissen, was sie dort machten. Aus dem Gespräch entwickelte sich ein Missverständnis, das der Senior offenbar als bedrohlich empfand. Nach Angaben der Polizei hatte der Rentner in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Personen gemacht, die sich rund um das Haus herumgetrieben hatten. Er lebt dort mit seiner Frau und einem Hund. Als er die beiden ihm unbekannten Männer vor dem Gebäude sah und sie nach seiner Auffassung nicht gleich gingen, bekam er nach eigener Aussage Angst. 

Der Senior holte daraufhin eine Schreckschusswaffe und zeigte sie aus dem Fenster. Die beiden Männer fühlten sich bedroht und wählten den Polizeinotruf. Rund acht Minuten später traf die erste Streife der Polizeiinspektion Vilshofen ein. Wegen der unklaren Lage kamen zwei weitere Streifenwagenbesatzungen aus Passau hinzu. Die beiden Männer warteten vor dem Hauseingang.

Die Beamten nahmen Kontakt mit dem Waffenbesitzer auf. Er kam nach Darstellung der Polizei wie aufgefordert mit erhobenen Händen und ohne Waffe aus seiner Wohnung. Er zeigte seinen Kleinen Waffenschein vor. Die Situation ließ sich ohne weiteren Zwischenfall klären. Anschließend gingen die Beamten mit ihm in die Wohnung. Dort fanden sie neben der Schreckschusspistole auf dem Wohnzimmertisch auch ein Luftgewehr, für das keine Erlaubnis erforderlich ist. Die Polizei stellte beide Waffen sowie den Waffenschein sicher.

Gegen den 74-Jährigen läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung. Auch das Landratsamt wurde eingeschaltet. Die Behörde prüft nun, ob der Rentner weiterhin die Schreckschusswaffe besitzen und führen darf. "Der Mann wurde bis jetzt noch nicht ausführlich vernommen", sagt ein Polizeisprecher. Die Schilderungen beruhen auf seinen Angaben am Einsatztag.

red