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Udo Lindenberg in seinem Instagram-Auftritt.
Gesellschaft

Udo Lindenberg warnt vor AfD: „Wut ist kein Wahlprogramm“

Hamburg/ Magdeburg/ Passau - Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt meldet sich Udo Lindenberg zu Wort. Der 80-jährige Panikrocker warnt seine Fans in gewohnt lässigem Ton davor, aus Frust ihr Kreuz bei der AfD zu machen.

„Die Schnauze ist voll“, schreibt Lindenberg im Netz und zeigt Verständnis für den Ärger über steigende Preise, Kriege, Krisen und enttäuschte Erwartungen an die Politik. Gerade deshalb sollten die Wähler genau hinschauen, was hinter den Versprechen der Parteien stehe. Sein Rat: Sonnenbrille ab und „mit der großen Lupe aufs Kleingedruckte“ schauen.

Lindenberg nimmt sich anschließend mehrere Punkte des AfD-Programms vor. Er kritisiert unter anderem die Steuerpolitik, die Haltung zum Waffenrecht, Forderungen nach stärkeren Grenzkontrollen und einen möglichen Bruch mit der EU sowie die Positionen zu Klimaschutz und „Remigration“.

Sein Fazit bringt er in zwei Sätzen auf den Punkt: „Wut ist noch kein Wahlprogramm!! Und ein Protestkreuz kein Feuerlöscher.“ Lindenberg ruft ausdrücklich dazu auf, die AfD nicht zu wählen. Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet an diesem Sonntag statt.

Der Rocker, der schon Honecker provozierte

Politische Einmischung ist für Udo Lindenberg nichts Neues. Der 1946 geborene Musiker zählt zu den Wegbereitern deutschsprachiger Rockmusik. Zu seinen bekanntesten Liedern gehören „Andrea Doria“, „Horizont“ und „Sonderzug nach Pankow“. Mit dem „Sonderzug nach Pankow“ provozierte Lindenberg 1983 die DDR-Führung um Erich Honecker und forderte ironisch eine Auftrittserlaubnis im Osten. Noch im selben Jahr durfte er im Palast der Republik in Ost-Berlin auftreten. Eine richtige DDR-Tournee blieb ihm jedoch bis nach dem Mauerfall verwehrt. Im Januar 1990 tourte Lindenberg schließlich durch mehrere Städte der DDR.

Der Autor hat Lindenberg in seiner Zeit als junger „Bild“-Reporter in Hamburg beim Joggen kennengelernt. Er lebte damals wie der Musiker in wechselnden Hotels an der Alster.

red