Friday, 12. June 2026
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Das Druckzentrum der PNP in der Sperrwies schließt zum Jahresende. (Foto: mediendenk)
Mediendenk

Die PNP wird künftig in Regensburg gedruckt

Regensburg/ Passau/ Ingolstadt/ Bamberg – Der nächste Einschlag in der Passauer Beschäftigungswelt trifft erneut das Gewerbegebiet Sperrwies: Nach der Hemdenfabrik Eterna verschwindet nun auch die Druckerei der "Passauer Neuen Presse". 

Die Verlegerfamilie Diekmann hat in ihrer Tageszeitung angekündigt, die Zeitungsdruckerei der “Passauer Neuen Presse” zum Jahresende zu schließen. Die Mitteilung versteckte sich eher unscheinbar in einer Randspalte. Verlegerin Simone Tucci-Diekmann erklärt, die Entscheidung sei „sehr schweren Herzens“ getroffen worden. Man wolle damit Verantwortung für das Gesamtunternehmen übernehmen und die Mediengruppe „bestmöglich für die Zukunft aufstellen“.

Wie viele Beschäftigte in Passau betroffen sind, teilt der Verlag nicht mit. Erst verlieren rund 400 Beschäftigte beim Hemdenhersteller Eterna ihren Arbeitsplatz, nun trifft es die Druckerei am Stammsitz der Zeitung.

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Mitter der 1990er Jahre eröffnete die Verlegerfamilie Diekmann das Medienzentrum in der Sperrwies. (Foto: mediendenk)
Gedruckt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in der sogenannten “Alten Presse” nahe der Löwenbrauerei an der Dr.-Hans-Kapfinger-Straße. Vor drei Jahrzehnten zog die PNP vom Stadtzentrum in die Sperrwies.

Überraschend kommt die Entscheidung wirtschaftlich und logistisch gesehen nicht. Das Verlagsunternehmen hat sich in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Übernahmen von Regensburg über Ingolstadt bis Bamberg ausgedehnt. Passau liegt inzwischen nicht mehr im Zentrum dieses Verbreitungsgebiets, sondern an dessen südöstlichem Rand. Aus Konzernsicht erscheint Regensburg als deutlich günstigerer Druckstandort.

Als Begründung nennt die Mediengruppe den Rückgang der gedruckten Auflagen und die Verlagerung ins Digitalgeschäft. Drei Druckstandorte in Passau, Regensburg und Bamberg ließen sich dauerhaft nicht mehr auslasten. Besonders das Passauer Werk gilt als investitionsbedürftig. Nach Angaben des Unternehmens wären Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe notwendig.

Bemerkenswert ist auch die Kommunikation der Nachricht. Im eigenen Blatt erscheint die Meldung ohne namentlich zeichnenden Autor. Unter dem Text steht lediglich das Kürzel „mgb“. Es dürfte für “Mediengruppe Bayern” stehen – jenen Namen, den sich das Diekmannsche Medienimperium gegeben hat.

Leserzuschrift berichtet zudem von Sorgen um den Druckstandort Bamberg. Demnach seien dort ebenfalls Kündigungen angekündigt worden. Die Zuschrift enthält auch die Behauptung, einzelne Beschäftigte seien einst bewusst von Passau nach Bamberg gewechselt, um der "Eisernen Lady", wie Simone Tucci-Diekmann in der Belegschaft genannt wird, zu entfliehen.

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Eröffnung der Tagung "Netzwerk Recherche" beim NDR in Hamburg. Am Redepult der Vorsitzende Daniel Drepper. (Foto: mediendenk)
Den Reporter erreichte die Nachricht während einer Tagung des "Netzwerks Recherche" in Hamburg. Dort geht es unter anderem um die Zukunft des Lokaljournalismus, der sich vielerorts durch zunehmend zentralisierte Konzernstrukturen aus der Fläche zurückzieht. Unter dem Motto "Superkraft Recherche" diskutieren die rund 700 Teilnehmenden darüber, wie das journalistische Handwerk für eine funktionierende Demokratie unverzichtbar ist und wie es diese stärkt, welche Werkzeuge es künftig braucht und weshalb das Vertrauen in die Medien nach vielen Untersuchungen deutlich stabiler ist, als es rechtspopulistische Erzählungen oft suggerieren.

hud