Thursday, 30. April 2026
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In eigener Sache

Zum Tag des Lokaljournalismus: Das bekommen Bürgerblick-Abonnenten heute ins Postfach

Am 5. Mai ist der Tag des Lokaljournalismus.

Die aktuelle Lage sieht für viele große Verlage bedrückend aus: Die Abozahlen von Tageszeitungen sind im letzten Jahrzehnt dramatisch gesunken, teilweise um bis zu 50 Prozent. Der Bürgerblick Passau kommt dabei noch vergleichsweise gut weg, da diese Entwicklung Wochen- und Monatspublikationen weniger hart trifft.

Dennoch stehe ich als unabhängiger Journalist und publizistischer Einzelkämpfer auch vor einer gewaltigen strukturellen und wirtschaftlichen Herausforderung: Die junge Generation informiert sich zunehmend über die sozialen Netzwerke der US-Plattformen. Zwar bespiele ich diese Kanäle erfolgreich – doch wie lässt sich dort eine zahlende Leserschaft aufbauen?

Zugleich setzt auch die lokale Werbewirtschaft immer stärker auf diese Plattformen. Anstatt heimische und gesellschaftlich relevante Medien zu unterstützen, fließt das Geld in die Töpfe der von Algorithmen gesteuerten digitalen Megakonzerne. Erstaunt blicke ich in diesem Zusammenhang nach Österreich*. Dort wirbt der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit einer klaren Botschaft: Inserieren Sie bei einheimischen Medien, denn das stärkt die eigene Wirtschaft und sichert die Medienvielfalt, die unsere Demokratie braucht.

Gerade hat der Hamburger Medienwissenschaftler Christian-Mathias Wellbrock im ZDF-Morgenmagazin erklärt, was passiert, wenn der Lokaljournalismus wegbricht: Die Wahlbeteiligung sinkt, die Gesellschaft polarisiert sich stärker, Volksvertreter legen sich weniger ins Zeug und das Fehlverhalten von Wirtschaftsunternehmen nimmt zu.

Echter Journalismus ist oft unbequem, aber unersetzlich.

Meine Recherche zur aktuellen Titelgeschichte zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass Reporter genau hinschauen und unabhängig berichten – anstatt zuzulassen, dass die Pressemitteilungen von Lobbyisten und einflussreichen Akteuren die Berichterstattung bestimmen.

Deshalb möchte ich Ihnen heute ein besonderes Dankeschön aussprechen: Als Empfänger dieses Schreibens sind Sie es, die echten Lokaljournalismus wertschätzen und mit Ihrer Treue aktiv stützen. Ohne Sie wäre diese Arbeit nicht möglich.

Das Magazin Nr. 195 liegt ab sofort im digitalen Regal und bald auch im Briefkasten. Hier zum Überblick.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre und einen sonnigen Start in den Mai!

Hubert Jakob Denk

 

*Erstmals haben sich dafür der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ORF) und seine privaten Konkurrenten zusammengetan. Der ORF, der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) und der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) ziehen an einem Strang, um dem Abfluss von Werbegeldern an die großen US-Plattformen und Tech-Giganten entgegenzuwirken. Die Kernbotschaften dieser Kampagne: Werbegelder, die an österreichische Medien fließen, sichern Arbeitsplätze und stärken die heimische Wertschöpfung, statt an internationale Plattformen abzufließen. Werbeinvestitionen in österreichische Medien erhalten demokratische Strukturen und sichern die Medienvielfalt. Österreichische Medien bieten im Gegensatz zu Big-Tech-Plattformen ein qualitätsvolles, verlässliches und nach strengen redaktionellen Standards geprüftes Umfeld für Werbung.