Universität setzt auf Eigenstrom aus Sonne
Passau - Strom aus Sonne und Wind, Wärmepumpe und E-Mobilität: Die Zukunft liegt in Abkehr und Unabhängigkeit von den fossilen Lieferanten und Lobbys. Die Universität Passau hat unter dem scheidenden Präsidenten Ulrich Bartosch einen zentralen Schritt hin zu einer autarken und nachhaltigen Energieversorgung gemacht. Nach rund sechs Jahren Planung wurde eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, die als „größtes Energievorhaben der Hochschulgeschichte“ gilt. Die Anlage, verteilt auf 14 Gebäude, erreicht eine Spitzenleistung von 2.600 Kilowatt – genug, um in einer sonnigen Mittagsstunde theoretisch mehr als 40 Elektroautos vollzuladen. Ergänzt wird sie durch einen Stromspeicher mit über 700 Kilowattstunden, was etwa der Batteriekapazität von rund zehn Elektroautos entspricht. Ziel ist ein deutlich höherer Eigenverbrauch und mehr Unabhängigkeit vom Strommarkt.
Streit um Kameras im Stadtpark geht weiter
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| Aufgehängt, zugehängt - wieder aktiviert. Die Videoüberwachung eines Passauer Stadtparks beschäftigt seit Jahren Stadtverwaltung und Gerichte. (Foto: mediendenk) |
Passau – Der Streit um die Videoüberwachung im Klostergarten geht weiter – und setzt die Stadt unter Druck. Nach einer Beschwerde des ehemaligen Stadtrats und Klägers Josef Ilsanker sieht der Landesdatenschutzbeauftragte weiterhin Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung und hat eine Verwarnung in Aussicht gestellt. Die Stadt Passau muss nun Stellung beziehen. Erst danach fällt die endgültige Entscheidung der Aufsichtsbehörde. Ilsanker, der seit Jahren gegen die Kameras vorgeht, sieht sich bestätigt. Trotz eines höchstrichterlichen Urteils hat die Stadt die Überwachung im Juni 2025 wieder aufgenommen. Sie versucht mit einem sogenannten Treuhändermodell über einen Anwalt sicherzustellen, dass Daten nur zur Verfolgung von Straftaten ausgelesen werden. Dass der Kleine Exerzierplatz mit seinem Stadtpark kein gefährlicher Raum ist, wie der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in seinem Urteil feststellte, hat sich erneut gezeigt: Seit der Wiederinbetriebnahme vor neun Monaten ist kein einziger Fall eingetreten, in dem Daten an die Polizei übergeben werden mussten.
Brücken beschäftigen Fachleute
Passau - Eine routinemäßige Kontrolle der Marienbrücke hat diese Woche für Rückstau und viele neugierige Blicke gesorgt. Die Fahrbahn war zeitweise halbseitig gesperrt, der Verkehr wurde per Hand geregelt. Ingenieure untersuchten die Brückenunterseite in einem Fahrkorb, der von einem speziellen Kranausleger geführt wurde. Fußgänger konnten den Bereich passieren. Bereits zuvor war die Schanzlbrücke auf Schäden kontrolliert worden. Dort geht es an der südlichen Abfahrtsrampe zur Altstadt weiter:
Sperrungen an der Schanzlbrücke
Passau – Wegen Sanierungsarbeiten der Südostrampe der Schanzlbrücke wird ab Montag bis Ende der Gehweg in Richtung Untere Donaulände gesperrt. Ab Dienstag wird zusätzlich der rechte Fahrstreifen zwischen 9 und 15 Uhr gesperrt. Zudem entfallen im gesamten Zeitraum einzelne Parkplätze am östlichen Schanzl. Grund sind Arbeiten an Beton und Geländer des maroden Bauwerks.
Koller und Hoß: Gegensätzliche Bilanz nach einem Jahr
Passau/ Thyrnau/ Berlin - Ein Jahr im Bundestag – und zwei sehr unterschiedliche Perspektiven: Die Passauer Abgeordneten Hans Koller (CSU) und Luke Hoß (Linke) ziehen im Gespräch mit der Tageszeitung Bilanz. Koller beschreibt vor allem die hohe Arbeitsbelastung in mehreren Ausschüssen und betont die Notwendigkeit von Kompromissen in der Regierungsarbeit. Hoß kritisiert dagegen eine große Distanz vieler Abgeordneter zum Alltag der Bürger. Er deckelte sein Gehalt auf 2.500 Euro und spendete rund 60.000 Euro.
Drogentoter in Toilettenanlage
Passau - Ein über 40 Jahre alter Ukrainer ist am Donnerstagabend auf einer öffentlichen Toilette an der Innstraße tot aufgefunden worden. Nach Angaben der Kriminalpolizei gibt es deutliche Hinweise auf Drogenkonsum als Ursache. Der Mann hielt sich für einen Deutschkurs in Passau auf. Entdeckt wurde er gegen 19.30 Uhr vom Sicherheitsdienst. Die Polizei betont, dass kein direkter Zusammenhang mit dem bekannten Drogentreffpunkt in der Neuen Mitte besteht, dem Toilettenhäuschen und der privaten Tiefgarage auf der Rückseite vom Kinokomplex. Dort war im Dezember ein Drogentoter aufgefunden worden. Gleichzeitig verweist die Polizei auf verstärkte Kontrollen seit März mit zusätzlichen Kräften im Innenstadtbereich. Am meisten beschäftigt die Polizei das städtische Alkoholverbot im öffentlichen Raum der Neuen Mitte. Seit Jahresanfang gab es bereits wieder 23 Anzeigen. Was härtere Drogen anbelangt, steigen laut Polizei die Fallzahlen bei Kokain (plus 22 Prozent) und Crystal Meth (plus 46 Prozent) deutlich an. Bayernweit sinkt die Zahl der Drogentoten seit 2022. Damals waren es 288, im Folgejahr 267 und im Jahr 2024 noch 219. Die Zahlen für 2025, im ersten Halbjahr waren es 108, werden in Kürze erwartet.
Nationalpark in Sorge: Kürzungen und neue Personalie
Grafenau/ Zwiesel/ Vimperk – Das „Grüne Herz Europas“ gerät unter Druck: Die tschechische Regierung kürzt die Mittel für den Nationalpark Šumava um rund 2,9 Millionen Euro, etwa 15 Prozent des Budgets. Zusätzlich sorgt eine Personalie für Kritik: Mit Igor Červený von der Partei „Motoristé sobě“ („Autofahrer“) steht nun ein Umweltminister im Amt, dessen Kurs im Naturschutz umstritten ist – für Kritiker ein Fall von „Bock zum Gärtner gemacht“. Grenzüberschreitende Projekte mit dem Nationalpark Bayerischer Wald laufen vorerst weiter. Bei neuen Vorhaben wächst jedoch die Unsicherheit, da die tschechische Seite künftig stärker nach Finanzierung suchen muss. Naturschützer warnen vor sinkender Qualität bei Schutz, Forschung und Infrastruktur.
Journalismus unter digitalem Druck
Passau/ Neuburg am Inn - Künstliche Intelligenz, soziale Netzwerke und Desinformation: Wie soll der Journalismus damit umgehen? Der Neuburger Gesprächskreises beleuchtet die neuen Herausforderungen. Im Fokus stehen Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz sowie Strategien, wie die Bevölkerung vor der Flut falscher Erzählungen geschützt werden kann. Wie können gefährliche Blasen aufgestochen werden? Es sprechen Martin Wanninger (PNP) und Kommunikationswissenschaftlerin Hannah Schmid-Petri (Universität Passau).