Tuesday, 10. February 2026
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Portugiesisches Militär im Katastropheneinsatz: Sie bewachen Trinkwasservorräte. (Foto: Felix Audebert/Mediendenk)
Erderwärmung

Starkregen und Stürme: Passauer Helfer berichtet aus Portugal

Portugal erlebt eine Serie extremer Wetterereignisse – Hochwasser und schwere Stürme treffen das Land gleichzeitig.

Während Europas Berichterstattung in Kurzmeldungen auf Überschwemmungen blickt, erlebt der Passauer Felix Audebert vor Ort das tatsächliche Ausmaß der Extremwetterlage. Zu den Fluten kommen schwere Stürme nördlich von Lissabon, die ganze Landstriche verwüstet haben – weitgehend unbeachtet.

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Der hochgewachsene Passauer Katastrophenhelfer Felix Audebert mit seinem lokalen Team.
Der in Lissabon studierende Passauer, den die Bürgerblick-Leserschaft aus der Lehrredaktion kennt, ist als freiwilliger Helfer im Einsatz – allerdings nicht in einem Überflutungs-, sondern in einem Sturmschadengebiet. „Solange das Wasser nicht abgeflossen ist, sind dort keine Aufräumarbeiten möglich“, sagt er. Weitere Regenfälle sind bereits angekündigt.

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Der Sturm zerstörte Gebäude und Inneneinrichtungen. (Foto: Felix Audebert/Mediendenk)
Stattdessen schildert Audebert die Wucht der Orkanböen: Dächer wurden abgedeckt, Verkehrsschilder trotz geringer Angriffsfläche reihenweise umgeknickt. In manchen Waldgebieten sei jeder zweite Baum an der Spitze gekappt oder vollständig entwurzelt worden.

Audebert meldete sich eigenständig über soziale Medien und wurde einer kleinen Gruppe lokaler Helferinnen zugeteilt. Zu fünft fuhren sie in einem Auto in die betroffenen Gebiete. Einsatzort war Marinha Grande, eine Stadt mit rund 40.000 Einwohnern, etwas kleiner als Passau. „Wir lieferten im zentralen Hilfezentrum Lebensmittel-, Kleider- und Baumaterialspenden ab, die wir aus Lissabon mitbrachten“, berichtet er. Anschließend wurden Schäden erfasst, kleinere Reparaturen vorgenommen und größere Fälle an die Stadt weitergeleitet.

Die Hilfsbereitschaft sei enorm – vergleichbar mit der Solidarität in Passau nach der Flut 2013. Freiwillige kämen aus allen Landesteilen. Gleichzeitig stoßen die Behörden an ihre Grenzen: Die Zahl der Helfer ist so groß, dass Einsätze kaum noch koordiniert werden können.

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Die Wälder zeigen ein Bild, das wir aus den ehemals verheerenden Stürmen im Bayerischen Wald kennen. (Foto: Felix Audebert/Mediendenk)
Portugal wurde im Jahr 2025 bereits von elf Sturmtiefs getroffen. Während Hochwasser medial präsent ist, geraten Sturmschäden abseits der Fluten aus dem Blick. Extremwetterereignisse nehmen zu, werden globaler – und lassen sich kaum noch vollständig erzählen.

Seit Anfang 2025 starben durch Unwetter mit Sturm und Hochwasser in Portugal zusammen genommen mehr als ein Dutzend Menschen. Die portugiesische Regierung schätzt die wirtschaftlichen Schäden der Sturm‑ und Hochwasserereignisse (insbesondere „Kristin“ und „Leonardo“) auf über vier Milliarden Euro.

red