Mittwoch, 08. Dezember 2021
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Schuldunfähig wegen Schizophrenie?

Passauer verletzt mit Messer vier Passagiere im ICE nach Hamburg

Ein offensichtlich geistig verwirrter junger Mann aus Passau ist im ICE Wien-Hamburg mit einem Klappmesser unvermittelt auf Mitreisende losgegangen.

In dem mit mehr als 200 Passagieren besetzten Zug erlitten vier Passagiere Schnittverletzungen, zwei befinden sich, Stand heute, zur Behandlung noch im Krankenhaus. Augenzeugen des Dramas konnten den T√§ter √ľberw√§ltigen. Er lie√ü sich von Polizeibeamten, die von einer im Zug mitreisenden Beamtin der Bundespolizei unterst√ľtzt wurden, widerstandslos festnehmen.

Es habe sich alles wie im Traum angef√ľhlt, soll der Festgenommene bei der Vernehmung gesagt haben. Der Angriff war offensichtlich weder geplant noch vorbereitet. Das Klappmesser, Klingenl√§nge ach Zentimeter, trug er seit L√§ngerem bei sich, weil er sich angeblich verfolgt f√ľhlte. Nach erster Einsch√§tzung leidet der Mann unter paranoider Schizophrenie und w√§re demnach nicht schuldf√§hig. 

Der vom Syrienkrieg Vertriebene war 2014 nach Deutschland gekommen. Seine Asylantrag war ein Jahr sp√§ter genehmigt worden. Er lebte in Nordrhein-Westfalen, Th√ľringen und zuletzt in Passau. Die Kripo hatte gestern unter anderem seine Bude im Studentenwohnheim an der Dr.-Hans-Kapfinger Stra√üe durchsucht. Spuren, die auf ein religi√∂ses oder politisches Motiv hindeuteten, lie√üen sich nicht finden. Der 27-J√§hrige wurde vor√ľbergehend in der Psychatrie des Bezirksklinikums Regensburg untergebracht.

Ein hinzugezogener Psychiater diagnostizierte bei dem Festgenommenen eine akute Schizophrenie. Er sei krank und brauche Hilfe soll er selbst ge√§u√üert haben. In psychiatrische Behandlung war er bis dato nicht. Bei der Polizei in Erscheinung getreten ist er einmal im Vorjahr. Er wurde wegen eines kleinen Betrugs urteilt. Am Freitag hat er seinen Arbeitsplatz verloren. Das Verbrechen spielte sich tags darauf gegen 9 Uhr fr√ľh ab. Die Messerangriffe beschr√§nkten sich auf zwei Abteile. Verletzt wurden zwei 60-J√§hrige, ein 26- und ein 39-J√§hriger. Sie alle stammten aus dem Raum Regensburg und Passau.

Der Zug wurde beim Nothalt in Seubersdorf, 50 Kilometer nordwestlich vom Regensburg, an, evakuiert wurde und zwei Streifenwagenbesatzungen der √∂rtlichen Polizei mit Schusswaffen einstiegen. Zun√§chst ist nicht klar gewesen, ob f√ľr die Passagiere weitere Gefahr besteht, auch nach m√∂glichem Sprengstoff wurde gesucht.

 
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