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Auf der Landstraße vor dem Buswartehäuschen erfasste ein VW Golf den Schulbuben. (Photo: mediendenk)
12-jähriges Opfer

Tödlicher Schulwegunfall erschüttert Landkreis Passau

Passau - Als die Mutter ihren zwölfjährigen Blondschopf gegen 6.30 Uhr früh an der Tür verabschiedet, kann sie nicht ahnen, dass sie ihn nicht mehr lebendig wieder sehen wird. Noch bevor der Nebel sich lichtet und die Sonne den Bayerischen Wald in die prächtigesten Herbstfarben taucht, ist ihr Jüngster tot. Er liegt nur 150 Meter vom Elternhaus entfernt in seinem Blut auf der Landstraße.

Der schreckliche Schulwegunfall erschüttert die Menschen im Wegscheider Land.

6.40 Uhr, der Weiler Stüblhäuser, schmucke Bauernhöfe und Einfamilienhäuser, eine Bushaltestelle. Hier warten an einer Einmündung zur Landstraße die Schulbusse nach Passau, Breitenberg und Hauzenberg.

In der Morgendämmerung marschiert der Bub mit seinem schwarz-weiß-gemusterten Schulranzen vorschriftsmäßig auf der linken Fahrbahnseite. In Höhe des hölzernen Buswartehäuschens muss er die Fahrbahn überqueren, um zu seinem Bus zu gelangen. Der 21-jähriger VW-Golf-Fahrer sieht das Schulkind offenbar nicht, das ihm von links vor die Motorhaube läuft. Es wird mit voller Wucht vom linken Kotflügel erfasst, prallt mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe. Die Verletzungen sind tödlich. Mehrere Schüler, die bereits im Bus sitzen, werden Augenzeugen des schrecklichen Geschehens.

Die Mutter, die kurz darauf zur Unfallstelle eilt, erleidet einen Nervenzusammenbruch. Der Vater war schon unterwegs in die Arbeit nach München, als das Unglück geschah. Der 15-jährige Bruder, der nach dem Zusammenbruch der Mutter alleine zuhause ist, wird vom Pfarrer betreut.

Auch der junge VW-Fahrer muss sich wegen Schocks in ärztliche Behandlung begeben.

Krisenseelsorger der Diözese Passau reisen in eine Hauzenberger Schule, um die Kinder zu betreuen, die zu Unterrichtsbeginn vom tragischen Tod ihres Mitschülers erfahren. Sie gehen mit ihrer Lehrerin nach draußen, ein Herbstspaziergang soll sie ablenken. An Unterricht ist nicht zu denken. Manche weinen hemmungslos, andere nehmen sich tröstend in den Arm.

Das Opfer war ein aufgeweckter Bub. Fußball hat er in der Schulmannschaft gespielt, Schach schon vor drei Jahren.

Die Polizei kann sich zur Schuldfrage dieser Unfalltragödie noch nicht äußern und will die Gutachten abwarten. Die Leiche des Zwölfjährigen wird in der Münchner Gerichtsmedizin obduziert.

 
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