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Im Juli 2008 nahm Polizeichef Mannichl den Neonaziführer Thomas Wulff in Passau fest, weil er am offenen Grab eine verbotene Fahne gezeigt hatte. Der Fall kommt jetzt vors Passauer Landgericht. (Photos: mediendenk)

Mannichl und Neonazis: Letzter Fall fĂĽrs Landgericht Passau

Geldstrafe nicht akzeptiert

Wulff war wegen der Straftat im Juni 2009 vom Passauer Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt worden. Er ging in Berufung. Die Staatsanwaltschaft ebenfalls, sie plädiert für Gefängnisstrafe. Der Neonazis musste sich in der Vergangenheit immer wieder wegen solcher Verstösse verantworten, er habe sich als „unbelehrbar“ gezeigt.

Neuer Anwalt will geheim bleiben

Die im Vorjahr anberaumte Berufungsverhandlung war verschoben worden, weil Wulffs Verteidiger, NPD-Vize Jürgen Rieger, einem plötzlichen Herztod erlag. Wer ihn beim Prozess vertritt, ist noch nicht bekannt. Der neue Anwalt ließ über den Landgerichtspräsidenten mitteilen, er möchte öffentlich nicht genannt werden.

Mannichl gegen rechtsextreme Elite

Am Tattag, bei der Beisetzung eines Altnazis auf einem Friedhof am Stadtrand von Passau, war die gesamte Spitze der rechtsextremen Szene aus Deutschland und Österreich angereist. Als Mannichl Wulff festnehmen ließ, versuchten die Trauergäste mit einer Sitzblockade die Abfahrt des Gefangenenwagens zu verhindern; es kam zu Ausschreitungen und 18 Festnahmen.

Diese Vorgänge werden als mögliches Motiv für das bislang ungeklärte Messerattentat auf Mannichl im Dezember 2008 gesehen. Die Staatsanwaltschaft hat die Fahne mit dem verbotenen Symbol später als Beweisstück ausgraben lassen. Auf rechtstextremen Internetseiten wurde die „Grabschändung“ angeprangert.

Zeuge der Anklage ist ein Journalist, der sich während der Beisetzung in die erste Reihe stellte, um die Grabrede des NPD-Chefs Udo Voigt besser hören zu können. Als er das befremdliche Zeremoniell mit dem Nazisymbol sah, drückte er auf den Auflöser.

 
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