Donnerstag, 21. Oktober 2021
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Studiengebühren-Affäre

Uni verspricht 600.000 Euro als Wiedergutmachung

Passau – 600.000 Euro will die Uni in drei Jahresraten aus ihrem Haushalt an eigenen Mitteln einsetzen, um die Bibliothek noch besser auszustatten und mehr Bücher zu kaufen. Es soll eine Wiedergutmachung sein, weil ein entsprechender Betrag aus Studiengebühren zweckfremd umgeleitet worden war.

Die Spannungen wegen dieses Themas gärten seit langem, waren plötzlich brisant wie nie: "Studiengebühren sind auf Umwegen auch für Tiefgarage und Innsteg-Aula verwendet worden", erfuhren Studenten aus einer berufenen Quelle. Die öffentliche Sondersitzung, zu der sich deshalb die 21 Mitglieder des Studentenparlaments gestern abend trafen, erweckte größtes Interesse. Mehr als 50 Zuhörer drängten sich in dem Konferenzraum. Uni-Kanzler Ludwig Bloch war zur Aussprache geladen, die Presse allerdings wurde wieder vor die Tür gebeten. „Nur für Studenten“, hieß es.

Aus Blochs Worten sprach ein schlechtes Gewissen, aber zunächst auch Unverständnis über die öffentliche "Beschimpfung". Bei einem 55 Millionen Haushalt könne er nicht nachvollziehen, warum eine solche Summe gleich so viel Aufregung verursache und von Vertrauensbruch unter den Studenten die Rede sei. „So viel war das auch wieder nicht“, meinte er.

Gleichwohl räumte er Mängel in der Haushaltspolitik ein. „Es war die nicht die allerklügste Maßnahme, die wir hätten treffen können“, entschuldigte er sich. Zum Wunsch der Studenten, mehr Mitspracherecht und Einblick in den Haushalt künftig nehmen zu dürfen, äußerte sich Bloch reserviert. Der Uni-Kanzler nannte gesetzliche Gründe, warum Studenten bei der Festlegung der Gelderverteilung außen vor bleiben müssen. Dann legte er noch nach, zu viel Transparenz könnte im Wettbewerb der Universitäten von Nachteil sein. Außerdem führte er an, dass die Auflistung des Haushalts zu komplex sei, um ihm einem Laien gegenüber verständlich zu dokumentieren.

Auf die Frage, wohin die 600.000 Euro durch die Umschichtungen konkret geflossen seien, antwortete Bloch ausweichend. Weniger gut informierte Medien fielen auf die geschickt formulierte Erklärung der Uni herein, die im selben Wortlaut seinerzeit auch dem Ministerium gegeben worden war. "Wir lügen nicht, aber wir müssen nicht alles sagen", sprach Bloch offen auch diese Verschleierung an. Die Ermahnung des Ministeriums wäre sonst sicher schärfer ausgefallen.

Die Studentenvertreter waren schließlich mit dem Versprechen der Uni zufrieden, die volle Summe für Bildung und Lehre zurückzuführen.

PNP nennt es "Uni-Zoff"

 
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