Samstag, 22. Januar 2022
·
·

Wirtschaft >> Dienstag, 17. März 09

bild_klein_3556.jpg
Mit der Spitze der rechtsextremen Szene aus ganz Deutschland stand der Passauer Herbert Steringer (roter Kreis) am Grab, als eine Hakenkreuzfahne niedergelegt wurde.
Er droht mit Autobahnblockade

Rechtsextremist heizt Passauer Rathaus ein

Ein Rechtsextremist schüchtert in Passau das Rathaus ein und bekommt in der Lokalpresse eine breite Plattform: „Lärmopfer denken an Autobahnblockade“, titelt heute die PNP. Hinter dieser Drohung steht, so die Nachforschungen von Bürgerblick, offenbar einzig und allein der selbsternannte Sprecher der „Bürgerinitiative gegen Autobahnlärm“ in Neustift, Herbert Steringer. Bei Staatsschützern und Ermittlern in der rechten Szene ist er kein Unbekannter: Er stand in vorderster Reihe, als bei einer Nazibeerdigung eine Hakenkreuzfahne niedergelegt wurde.

Herbert Steringer bringt in seinem „Drohschreiben“ ans Rathaus auch sein „braunes Gedankengut“ ins Spiel: Mit Steuergeldern würden beispielsweise in Afghanistan kostenlos Straßen und Brücken gebaut und für den deutschen Steuerzahler sei nicht einmal Geld für Lärmschutzmaßnahmen vorhanden.

Mal davon abgesehen, dass der stramm rechte Steringer selbst nicht zu den Betroffenen gehört (er selbst wohnt in Neustift und hat das vor etwa einem Jahr in der Autobahnlärmzone in Rittsteig gekaufte Haus vermietet), muten weitere Inhalte seiner Erklärung merkwürdig an:

  • Er fordert eine geheime Ortsbegehung mit der Stadt, ohne Anwohner, Stadträte und Medien. Als Begründung nennt er das Risiko der „Konfrontation mit erbosten Anwohnern“. Glaubwürdiger sind wohl seine persönlichen Konflikte: Es wird sich kaum ein Stadtrat mit dem rechtstextremen Aktivisten gerne ablichten lassen.
     
  • Er will keine Unterschriften mehr sammeln, weil dies vergeudeter Aktionismus sei und die betroffenen Bürger dies als „Verarschung“ ansehen würden. Die Wahrheit könnte auch so aussehen: Vielen Bürgern wäre es unangenehm und peinlich, auf seiner Liste zu stehen.

Missbrauch von "Mitgliedern"

Es kommt noch besser: In seinem Schreiben nennt der NPD-Mann weitere „autorisierte Mitglieder“ seiner Initiative als Ansprechpartner, darunter den Raumausstatter Dieter T. . Von Bürgerblick befragt, fällt dieser aus allen Wolken: „Ich bin nicht Mitglied dieser Bürgerinitiative und hatte keine Ahnung davon, dass ich in einem Schreiben an den OB als Ansprechpartner genannt werde“. Es sei richtig, dass Steringer "ein einziges Mal" bei ihm vorgesprochen habe. Mit solchem Vorgehen fühle er sich allerdings hereingelegt und werde entsprechend reagieren.

Bürgerblick wollte von Steringer wissen, warum er  zwei Passauer Geschäftsleute als Konkaktadressen der Bürgerinitiative nennt, ohne sie über den Inhalt seines Schreibens zu informieren. Er meinte:  "Ich muss nicht zu jedem hingehen und fragen, wenn ich was schreibe". Er warnte auch davor, ihn wegen seiner politischen Einstellung bloßzustellen, es würde der "Sache nur schaden".

Nach dem Mannichl-Attentat stand Steringer zum Beispiel, wie alle Teilnehmer an der Beerdigung des Altnazis Busse, bei der es zu Ausschreitungen gekommen war, im Visier der Fahnder. Sich heute darüber öffentlich aufzuregen, ist ihm eine Genugtuung. Als ehemaliger Nachbar des NPD-Chefs Udo Voigt gehörte er zu den Gründern des ehemaligen NPD-Ortsverbandes in Passau und fungierte an der Seite des militanten Altnazi Friedhelm Busse als Schriftführer.

Es scheint, als habe ein NPDler endlich ein Steckenpferd gefunden, mit dem er so richtig gegen die geltenden demokratischen Kräfte Dampf ablassen kann. In der Berichterstattung der PNP, die er auch eifrig mit Leserbriefen beliefert,  wird seine Person mit keinem Satz beleuchtet.

 

 

 

mediendenk/ bürgerblick

 

 

 

 

 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

Hier Ihre Anzeige?
Kontaktieren Sie uns!

 

Unsere News und Bilder
finden Sie wieder:
 
Tageszeitung

 

Wochenzeitung

 

Illustrierte

 

TV & Radio
ARD
ZDF
Bayerisches Fernsehen
 
Agenturen

 

Ausland

 

Internet
Google
Yahoo
Passau Bilder