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Vom Vater erschossen: Michael K. (30). In München konnte er seine Homosexualität ausleben, zuhause wurde sie offenbar nicht akzeptiert.
Familientragödie

Mit drei Kopfschüssen schwulen Sohn getötet

„Schwulsein ist unkompliziert“, sagte der homosexuelle Michael Adam, der jüngste deutsche Bürgermeister, aus dem niederbayerischen Bodenmais zu einem „taz“-Reporter. Als dieses Zitat veröffentlicht wurde, lag in dem 30 Kilometer entfernten Städtchen Deggendorf ein gleichgesinnter 30-jähriger Mann in seinem Blut.

Homosexualität war offenbar zum tragischen Konfliktstoff zwischen Vater und Sohn geworden. Der 60-jährige Sportschütze löschte eine ganze Familie aus.

Herrscht in der Provinz hinter der liberalen Fassade doch eine schwulenfeindliche Atmosphäre? „Ich sehe das nicht als Gegenbeweis für meine These“, sagt der der sich zur Homosexualität bekennende Bürgermeister aus Bodemais. Vielmehr sei die Gewaltbereitschaft erschreckend gestiegen. „Solche Familientragödien ereignen sich leider immer häufiger durch kranke Charaktere. Die Gründe sind so verschieden, von Eifersucht bis zur Arbeitslosigkeit, dass der Deggendorfer Fall für mich in keiner Weise beispielhaft ist.“

Das Schülermagazin "Rückenwind" berichtete über einen Passauer Gymnasiasten, der von seinem Vater auf die Straße gesetzt wurde, weil er sich zu einem Freund bekannte. Durch die moslemischen Wurzeln der Familie, sie wanderten aus Bosnien ein, ließ sich der Vorfall leichter erklären.

Aber im Bayerwald gibt es auch dies: Ein 20-jähriger Berufsschüler aus einem niederbayerischen Grenzdorf bekennt: "Ich könnte meinem Vater niemals erzählen, dass ich schwul bin. Er würde mich lieber erschlagen als das zu akzeptieren". Und ein Homosexueller aus dem Landkreis Freyung-Grafenau, der nach Passau zog, führt seit Jahren ein Versteckspiel, um seine Familie nicht vor den Kopf zu stoßen. Mit 31Jahren hat er das Coming out zuhause immer noch nicht gewagt.

Als die tödlichen Schüsse am Ostersonntag in dem Deggendorfer Hochhaus fielen, saß Michael K. in seinem Jugendzimmer am PC und chattete mit seinen homosexuellen Münchner Freunden. Welcher Irrsinn trieb den Täter? Um sicher zu gehen, dass seine Opfer, Sohn und Mutter, tot sind, schnitt er ihnen nach den Schüssen die Pulsadern auf. Erst dann schrieb der nach Erkenntnissen der Kripo den Abschiedsbrief an die Polizei und richtete tags darauf die „Pumgun“ gegen sich selbst.

Der Vater, so waren Abschiedsbrief und Äußerungen von Nachbarn wohl zu entnehmen, habe sich einen Sprössling gewünscht, der für Nachwuchs sorgt, statt der Männerliebe zu frönen.
 
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