Dienstag, 07. Februar 2023
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Inge Schwarz (78) weiß nicht wie sie für den Schaden aufkommen soll
Missgeschick

Rentnerin warf Goldschmuck der Nachbarin in MĂŒll

Wenn das Pech besonders grausam ist, dann bestraft es gleich doppelt: In München stürzte es zwei arme Rentnerinnen ins Unglück und zerstörte eine 20-jährige gute Nachbarschaft.

Das Pech war aus Gold und lag zwischen Fleisch und Gemüse in einer 200-Liter-Tiefkühltruhe von Halise Durak (59, Foto), die nach einer schweren Operation Frührentnerin wurde. Die Tiefkühltruhe war ihr Versteck für ihren gesamten Schmuck. „Ich habe niemandem davon erzählt, auch nicht meiner Nachbarin, mit der ich seit über 20 Jahren befreundet bin“, erzählt sie. Der Schmuck lag, eingewickelt in Alufolie, in einer Alditüte. Dort blieb er auch, wenn sie jedes Jahr ihren vierwöchigen Türkeiurlaub antrat.

Nur zwei Türen weiter wohnt Witwe Ingeborg Schwarz (78), die als zuverlässige Nachbarin für alle Fälle einen Zweitschlüssel bekam. Sie lüftete und goss die Blumen.

Im Juli vor zwei Jahren sollte die alte Dame einen Installateur in die Wohnung lassen. Der Handwerker vergaß nach getaner Arbeit, den Stecker der Kühltruhe, den er gezogen hatte, wieder anzuschließen.. Das bemerkte auch Nachbarin Ingeborg nicht, als sie den Installateur wieder entließ.

Tage später der Schreck: Die Wohnung stank nach vergammeltem Fleisch, das Tauwasser hatte sich über den Teppich ergossen. Inge Schwarz und ihre Tochter machten sauber und entsorgten das verdorbene Gefriergut in die Restmülltonne. „Die Alditüte war besonders schwer, ich vermutete, dass es Knochen waren.“

Als Ehepaar Durak aus der Türkei zurückkam, lag ihr Familienschmuck schon seit zwei Wochen auf irgendeiner Mülldeponie. „Der ganze Hochzeitsschmuck war dabei, den mir die Familie meines Mannes geschenkt hat.“ Armreife, Ringe, kleine Goldbaren. Sie erzählt: „Ich habe mir diesen Schatz durch harte Arbeit in 30 Jahren angespart“. Für die Frau ein schlimmer Verlust: Sie lebt von 500 Euro Rente, ihre 62m²-Wohnung kostet 480 Euro Warmmiete. Ehemann Ali (50) schuftet als Maler.

„Ich bin meiner Nachbarin nicht wirklich böse, aber ich möchte meinen Schmuck ersetzt haben.“, so Halise Durak. Sie verklagte Rentnerin Inge auf Schadenersatz.

Das Pech hat der sehbehinderten alten Dame Tage voller Tränen und einen Herzinfarkt gekostet. Auch sie lebt nur von ein paar hundert Euro Rente. „Ich weiß nicht, wie ich diesen Schaden begleichen sollte.“

Auch die 20-jährige Freundschaft der beiden Damen zerbrach an dem Missgeschick. Die beiden Nachbarinnen reden nicht mehr über das Thema, wenn sie sich begegnen. Man hat sich die Zweitschlüssel zurückgegeben und grüßt sich nur mehr aus Höflichkeit.

Eine Politesse aus dem Bezirk, die diese schmerzliche Geschichte erfuhr, sagte, was sich alle wünschen: Egal wie ein Gerichtstermin, der noch bevorsteht, ausgeht: Das Schönste wäre es, wenn die beiden Damen wieder in Freundschaft alt werden könnten.

 
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