Mittwoch, 07. Dezember 2022
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Passauer Land >> Donnerstag, 22. September 22

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Mit Kruzifix, Weihwasser und Heiliger Schrift hantiert die Geistlichkeit beim Segnen der Räume. Sparkassenchef Christoph Helmschrott, rechts, verfolgt andächtig das Zeremoniell. (Foto: François Weinert/ Bürgerblick)
Zwei Jahre Großbaustelle

Mit Gottes Segen: Geldinstitut gibt sich als Leuchtturm der Moderne

Die Sparkasse hat sich in der Passauer FußgĂ€ngerzone neu aufgestellt.

„Wow, was fĂŒr ein tolles Bild!“, schwĂ€rmen Einheimische und Touristen, die das neue Foyer betreten. Das deckenhohe Leuchtmotiv, eine Teleaufnahme, zeigt komprimiert prĂ€chtige Elemente der DreiflĂŒssestadt: Innpromenade, Stephansdom, Veste Oberhaus. Aber dieser Hingucker ist die geringste Neuheit des umgebauten Sparkassenhauses in der Ludwigsstraße. Es punktet mit digitaler Zukunftstechnik wie der „Cyberbox“ – Beratung per Bildschirm in einer Videokonferenz.

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Die Sonne lacht den Pressefotografen und den EhrengĂ€sten der Eröffnung. (Foto: François Weinert/ BĂŒrgerblick)
„Diese Filiale ist ein Banking-Leuchtturm in Passau“, formuliert es Otmar Hausfelder, seit mehr als 25 Jahren der Gebietsdirektor der Sparkasse Passau, in seiner Eröffnungsrede. Vorstandsvorsitzender Christoph Helmschrott strahlt an diesem Nachmittag ĂŒbers ganze Gesicht. Dicht gedrĂ€ngt stehen die EhrengĂ€ste im Foyer, als Vertreter der Lokalpolitik OberbĂŒrgermeister JĂŒrgen Dupper (SPD) und Landrat Raimund Kneidinger (CSU), die mit sieben weiteren Köpfen dem Verwaltungsrat der Sparkasse angehören und sich im Dreijahresturnus im Vorsitz abwechseln.

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Sparkassengebietsdirektor Otmar Hausfelder spricht vor der Leuchtapete der Passauer Wahrzeichen. (Foto: François Weinert/ BĂŒrgerblick)
Gottes Segen und der Mammon, passt das zusammen? „Feierliche Einweihung – Segnung“ ist der Festakt ĂŒberschrieben. Die katholische Kirche zeigt sich nicht zimperlich, wenn Gottes Beistand gefragt ist. Domprobst Michael BĂ€r erhebt mit der Rechten ein silbernes Kruzifix, bedient mit der Linken den Weihwasserspender, wĂ€hrend sein evangelischer Kollege, Dekan Dieter Martin, aus den Schriften liest.

Im Umgang mit der Schöpfung können die Verantwortlichen der Sparkasse Positives berichten. „Alles, was noch Verwendung hat, ist wieder verwendet worden“, betont einer der Architekten. Auf eine nachhaltige Sanierung sei Wert gelegt worden. Man spricht vom Erhalt der „grauen Energie“. Ein Paradebeispiel, wie sie vernichtet wird, konnte die Bevölkerung ein paar Schritte weiter östlich verfolgen: der Totalabriss des Altenheimes „St. Johannis Spital“.

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Geldmaschinen stehen im HolzhĂ€uschen stramm wie Soldaten der königlichen Leibgarde. (Foto: François Weinert/ BĂŒrgerblick)
Das Sparkassenhaus ist neu strukturiert worden. Auf 1.000 der 4.500 Quadratmeter großen NutzflĂ€che zog sich das Beratungszentrum zurĂŒck. Das Erdgeschoss des EckgebĂ€udes teilen sich die neue Schalterhalle und eine Restaurantkette. Sogenannte „Live Boxen“ bieten alternativ digitalen Service, wenn der Andrang am Schalter zu hoch ist. Den ersten Stock belegen die Beratungsteams fĂŒr die Gewerbekunden, im zweiten und dritten Stock hat sich die UniversitĂ€t eingemietet, im Dachgeschoss sind acht Wohnungen zu mieten.

Die Sanierung trĂ€gt die Handschrift des zehnköpfigen Teams der Architekten von „Friedl und Partner“, zu deren Projekten der Aufzug am Oberhaus, die historischen "Villa Bergeat" am Busbahnhof und der Kindergarten „St. Josef“ an der Innstraße zĂ€hlen.

Die Sparkassenbaustelle belastete zwei Jahre lang Nachbarn, Kunden und FußgĂ€nger. Sie sorgte mit ihren BauzĂ€unen fĂŒr problematische Engstellen, produzierte LĂ€rm und Staub. Mit der Übergabe des symbolischen SchlĂŒssels setzte die Unbill ein Ende. Dies ist fĂŒr die Öffentlichkeit wohl die wichtigste Nachricht.

Die Entscheidung zum Umbau fiel lange vor der Pandemie. Im Mai 2020 ist der Bauantrag bei der Stadt eingereicht worden, im November vor zwei Jahren kamen die ersten Handwerker. In die beiden HĂ€user Ludwigsstraße und Nikolastraße wurde insgesamt ein zweistelliger Millionenbetrag investiert.

BB-Fotograf Francois Weinert hat den Festakt besucht (Klicken Sie sich durch die Fotogalerie). Geldinstitute sind große Anzeigenkunden, das Lokalfernsehen „Niederbayern TV“ ĂŒbertrug live  - auf die Bildschirme im GebĂ€ude. (In der ersten Fassung fehlte die ErgĂ€nzung "Bildschirme im GebĂ€ude", was den Trugschluss einer echten Livesendung vermittelte. Nach Hinweis der Sparkassenpressestelle wurde dies korrigiert).

hud