Donnerstag, 07. Juli 2022
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Passauer Land >> Mittwoch, 22. Juni 22

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Ein Spezielkran hievt im alten Brauereihof der Innstadtbrauerei einen verpackten Sudkessel auf einen Tieflader. (Foto: mediendenk)
Schwertransport

Sudkessel der Passauer Innstadtbrauerei wandern aus nach USA

Mannschaften von zwei Kranwagen, zwei Schwertransportern, einem Streifenwagen und einem halben Dutzend Begleitfahrzeugen waren gestern an der ehemaligen Innstadtbrauerei im Einsatz. Vier Sudkessel sind verladen worden fĂŒr ihre Reise nach USA.

Zehn Jahre nachdem der Betrieb der 1318 gegrĂŒndeten Innstadtbrauerei eingestellt und die Marke von der katholischen Kirchenbrauerei „Hacklberg“ ĂŒbernommen worden ist, wurde ihr nun bildlich gesprochen das Herz entrissen, die kupfernen Kessel des Sudhauses, deren grĂ¶ĂŸter 40.000 Liter fasst. Ein junges US-Brauereiunternehmen in Wisconsin hat die museumsreifen Passauer Relikte gekauft und wird sie als dekorative Schale im Brauhaus benutzen, seine Stahlkessel damit ummanteln.

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Zwei KrĂ€ne sind zur Übergabe im Einsatz, denn das blau verpackte Schwergut, Gesamtgewicht 20 Tonnen, ist im "Paradiesgarten" neben dem alten Brauereihof zwischengelagert worden. (Foto: mediendenk)
„Schade, dass wir nichts daraus gemacht haben“, bedauert einer der vielen Schaulustigen, ein LandschaftsgĂ€rtner. Das Sudhaus mit seinem alten Inventar hĂ€tte eine schöne Kulisse fĂŒr einen Gastronomiebetrieb hergegeben, meint er. Dass diese Branche bei uns derzeit krankt, Mangel an Betreibern und Personal fĂŒr LeerstĂ€nde sorgt, belegt der Blick auf ein Anwesen schrĂ€g gegenĂŒber: Seit Jahren steht ein modern eingerichtetes CafĂ© mit Terrasse leer.

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Kurz nach Mitternacht rollten die Tieflader mit den vier verpackten Kupferkesseln am Kapuzinerplatz los. (Foto: mediendenk)
Von 19 Uhr bis nach Mitternacht dauerte die spektakulĂ€re Verladeaktion der vier blau verpackten, bis zu fĂŒnf Tonnen schweren Pakete im Riesenformat. Deren grĂ¶ĂŸtes nahm auf der LadeflĂ€che des Transporters eine Breite von 5,30 Meter ein. „Ein Abtransport durch die Innstadt zur MarienbrĂŒcke war wegen der Enge der Gasse nicht möglich“, erklĂ€rt Johann Baumann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der EigentĂŒmerin, des VerkĂ€ufers. Die Schwertransporter wĂ€hlten den Weg ĂŒber Achleiten und Neuhaus am Inn Richtung Autobahn. „Vier Tage dauert die Reise bis zum Hamburger Hafen“, erzĂ€hlt einer der Mitwirkenden. Die Passauer Kessel werden nach New York verschifft, von dort geht es 1.500 Kilometer auf dem Landweg westwĂ€rts weiter nach Wisconsin.

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Blick in das Kesselhaus wÀhrend der Demontage. (Foto: mediendenk)
Wie bĂŒrokratisch kompliziert solche Transporte ĂŒber EU-Grenzen hinweg sind, zeigte der Aufwand an Fahrzeugen: fĂŒr das 30 Kilometer lange StĂŒck durch Österreich mussten österreichische Begleitfahrzeuge die beiden Tieflader ĂŒbernehmen. Auf dem TeilstĂŒck durch die östliche Innstadt waren Helfer eingesetzt, die den rollenden Riesen Hindernisse aus dem Weg rĂ€umten, Schilder an Verkehrsinseln demontierten.

hud