Sonntag, 22. Mai 2022
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Passauer Land >> Donnerstag, 06. Januar 22

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Vorigen Samstag hat eine Mini-Kundgebung des Bündnisses für Solidarität am Maxdenkmal verhindert, dass "Corona-Spaziergänger" sich am Domplatz inszenieren. (Foto: mediendenk)
Politik und Pandemie

Passauer Strategie gegen illegale Corona-AufmÀrsche

Was kann mitunter wirksamer als Polizeiketten gegen illegale AufmĂ€rsche der Coronamaßnahmen-Trotzköpfe sein?  In Passau hat es sich letzten Samstag gezeigt.

Am kommenden Samstag, wenn AfD-Landtagsabgeordneter Ralf Stadler zum zweiten Mal zu einer Versammlung auf den Kleinen Exerzierplatz ruft, wollen Gegendemonstranten erneut die wichtigsten Punkte der Altstadt besetzen, den Rathausplatz und den Domplatz. Die kleinen Kundgebungen fĂŒr SolidaritĂ€t und RĂŒcksichtnahme in der Pandemie sind organisiert von einem BĂŒndnis, das unter anderem von der grĂŒnen und linken Passauer Jugend getragen wird. Ihre strategische Überlegung ist aufgegangen: Sie besetzen mit angemeldeten Versammlungen die PlĂ€tze, die sich die sogenannten „Corona-SpaziergĂ€nger“ zum Marschziel gesetzt haben. Das verhindert beispielsweise auch, dass diese dort Kerzen fĂŒr Opfer abstellen, die es nur in deren falschen ErzĂ€hlungen gibt: Impftote.

Am letzten Samstag: Zwei Dutzend „Corona-SpaziergĂ€nger“, erkennbar an ihren Gesichtern ohne Mund-Nasenschutz und Äußerungen wie „Hier laufen nur Vermummte herum!“, treffen am Rathausplatz ein. Sie fĂŒhlen sich verfehlt angesichts der Kundgebung der GrĂŒnen - und ziehen nach kurzer Zeit wieder ab. Die PolizeikrĂ€fte bleiben Beobachter und mĂŒssen nicht eingreifen.

Mit einer Pressemitteilung um Mitternacht hat sich das BĂŒndnis mit einem Appell an Bevölkerung gewandt: „UnterstĂŒtzen Sie den Gegenprotest, reden Sie mit Ihren Bekannten und machen Sie darauf aufmerksam.“ Die Passauer hĂ€tten gezeigt, dass es in ihrer Stadt kein Platz fĂŒr Verschwörungsideologien und rechte Hetze gebe, es sei jedoch ein dauerhafter Einsatz gefragt, schreibt Pressesprecherin Sophie Meisner.

Stadlers Hoffnung, dass dieses Mal im Sinne seiner AnhĂ€ngerschaft die Maskenpflicht fallen könnte, dĂŒrfte sich wohl kaum erfĂŒllen. Letzten Samstag betrug in der DreiflĂŒssestadt die Siebentagesinzidenz 111, heute – die Zahlen sind laut Robert-Koch-Institut wieder belastbar – sind es 139. Tendenz in der Omikron-Welle: steigend.