Dienstag, 04. Oktober 2022
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Klinikum Passau. Wie wird heuer zur Weihnachtszeit die Lage? (Foto: mediendenk)
Bald Verlegungen in andere Bundesl├Ąnder?

Corona-Lage: Neuer Todesfall in Passau, Klinikum mit 50 Patienten ausgelastet

Der morgendliche Blick auf die Coronavirus-Entwicklung hat abermals die Hoffnung begraben, dass wir ├╝ber den Berg sind: ein neuer Todesfall in Passau, steigende Zahl der Ansteckenden und Erkrankten, steigende Zahl der Patienten in den Corona-Isolierstationen.

Das Gesundheitsamt, zust├Ąndig f├╝r 245.000 Menschen in Stadt und Landkreis Passau, rief f├╝r die Nachverfolgung wieder die Bundeswehr zu Hilfe. Die Ver├Âffentlichung der Zahlen auf der Landkreisseite ist ausgesetzt worden. Man sei zwar in der Lage, die Tagesmeldungen nach Berlin abzusetzen, aber nicht die Daten f├╝rs Netz aufzubereiten, erkl├Ąrte ein Pressesprecher gegen├╝ber der Heimatzeitung.

Die Siebentagesinzidenz im Landkreis Passau: 776. Stadt Passau: 462. Rottal-Inn rei├čt erstmals in Deutschland die 1000er Marke.

Oberb├╝rgermeister J├╝rgen Dupper hat heute begr├╝├čt, dass die Staatsregierung den Katastrophenfall ausgerufen hat. Dieser m├Âglicht es, dass Privat- und Rehakliniken in die Gesundheitsversorgung miteingebunden werden. Im letzten Winter waren beispielsweise Corona-Patienten in solche Einrichtungen ausgelagert worden.

Das Nachbarland Ober├Âsterreich hat der Landesdurchschnitt der Inzidenz erstmals die 1.000 ├╝berschritten. In Den Krankenh├Ąusern steigt die Zahl der Patienten auf knapp 500, davon 80 auf intensiv. Der an Passau angrenzende Nachbarbezirk Sch├Ąrding steht bei 1.396.

Im Klinikum Passau hat sich die Zahl der Corona-Patienten weiter erh├Âht: 50, davon 10 auf intensiv. Eine ├Ąltere Frau, mit schweren Vorerkrankungen und positiv getestet, ist verstorben. Sie stammt wohl aus dem Kreis eines Corona-Ausbruchs, der aus den Altenheimen gemeldet worden ist. Sie geht als 126. Corona-Toter in die Seuchenstatistik des Stadtgebiets ein.

Mit 50 Patienten ist die Situation im Klinikum heute genauso angespannt wie vor knapp einem Jahr mit 100 Patienten. Es liegt daran, dass im Gegensatz zu damals, als Leben und Verkehr weitgehend ruhten, Normalbetrieb herrscht. F├╝r alle Verungl├╝ckten und anderweitig Erkrankten muss die Versorgung ebenso aufrecht erhalten werden. Es ist nicht auszuschlie├čen, dass k├╝nftig neue Corona-Patienten in andere Krankenh├Ąuser verlegt werden m├╝ssen. Aber wohin? ├ľsterreich k├Ąmpft selbst mit der akuten Lage, in Bayern w├╝tet die Seuche so schlimm wie in Sachsen. Es bliebe wohl nur, die Betroffenen in andere Bundesl├Ąnder zu verlegen; f├╝r die Angeh├Ârigen eine Belastung, f├╝r die Mitwirkenden der Krankentransporte zus├Ątzlich eine Herausforderung.

Wollte man bei einer Impfquote von 65 Prozent mit einer Inzidenz von 1.000 die Nichtgeimpften in einer Stadt der Gr├Â├če von Passau durchseuchen lassen, w├╝rde die Pandemie mit dieser Wucht rechnerisch mindestens f├╝nf Monate andauern - der totale Zusammenbruch des Gesundheitssystems, entsetzliche Dramen und Trag├Âdien f├╝r die Angeh├Ârigen.

Politik, die unbequeme Entscheidungen meidet, falsche Signale setzt, um gef├Ąllig zu sein: Deutschland wird noch vor Weihnachten den 100.000. Corona-Toten begraben? Wir stehen bei knapp 97.000. Heute stehen 236 neue Beerdigungen an.