Sonntag, 18. April 2021
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Lokalnachrichten >> Sonntag, 04. April 21

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"Tanktouristen" am Karsamstag bei der Rückreise aus Österreich, mutmaßlich ohne digitale Einreiseanmeldung. (Foto. mediendenk)
Seuche und SpritsparfĂŒchse

Tanktourismus: Sonntagsblatt korrigiert PNP

Wie ist das nun mit dem Tanktourismus in der Pandemie? Erlaubt oder verboten? Antwort: Erlaubt, aber mit Konseqenzen, die sich keinesfalls rechnen. So haben wir gestern an dieser Stelle ausfĂŒhrlich berichtet und einen irrefĂŒhrenden Bericht der Heimatzeitung widerlegt. Das kostenlose Sonntagsblatt aus demselben Verlagshaus korrigiert heute zudem die PNP und ergĂ€nzt, dass selbst fĂŒr Einreisende nach Österreich unmittelbar die QuarantĂ€ne gelte.

Autofahren und Spritpreise sind fĂŒr manche ein Erregerthema. Deshalb sei vorausgeschickt: Die Titelseite des kostenloses Sonntagsblattes erweckt den Eindruck, die verhinderten SpritsparfĂŒchsinnen und -fĂŒchse wĂŒrden um hohe Summe gebracht. Diesel kostet laut Abbildung an der Grenztankstelle in Achleiten knapp 90 Cent. Erneut soll Verwirrung und VerĂ€rgerung verhindert werden: Es handelt sich um ein altes Archivfoto, da die Redaktion offenbar den Aufwand scheute, ein aktuelles Bild anzufertigen.

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As korrgiert PNP: QuarantĂ€ne wird fĂŒr Einkaufsfahrten ĂŒber die Grenze zur Pflicht. (Foto: mediendenk)
Diese Redaktion war gestern am spĂ€ten Nachmittag am Schauplatz: An der Grenzlandtankstelle leuchete auf der auf der Digitalanzeige der Literpreis fĂŒr Diesel mit knapp 118 Cent. An den bayerischen ZapfsĂ€ulen diesseits der Grenze kostete er knapp 128 Cent. 40 Liter getankt bedeuteten also gefĂŒhlt 4 Euro gespart; Spritverbrauch und Zeitverlust fĂŒr die Anreise und verlorene Steuereinnahme fĂŒr das eigene Land blenden die Tanktouristen aus.

Vermutung: EinreiseverstĂ¶ĂŸe im Dreiminutentakt
Getankt und mutmaßlich gegen die Seuchenschutzverordung verstoßen haben haben gestern, am Tag der Werbeanzeige, wohl ein paar Hundert Autofahrerinnen und Autofahrer. Eine halbstĂŒndige Stichprobe ergab gestern: UnaufgeklĂ€rte oder uneinsichtige Autofahrerinnen und Autofahrer haben etwa im Dreiminutentakt die Grenztankstelle angefahren. „Jetzt ist tote Hose. Sie hĂ€tten am Morgen kommen sollen“, erklĂ€rt ein Anwohner in Haibach dem Reporter. Kontrollen von bayerischer Grenz- oder Bundespolizei gibt es zu diesem Zeitpunkt, gegen 17 Uhr, offensichtlich nicht. Die Bußgeldkasse hĂ€tte krĂ€ftig geklingelt, 5.000 Euro die Stunde bei 250 Euro je Verstoß. Denn es ist kaum anzunehmen, dass einer der Betroffenen eine digitale Einreiseanmeldung ausgefĂŒllt oder sich in QuarantĂ€ne begeben hat. Um 20 Uhr, nach Feierabend der Grenztankstelle, postiert sich ein Kombi der Bundespolizei: Migrationskontrolle. Was das Osterwochenende an VerstĂ¶ĂŸen ergeben hat, werden die Polizeistellen am Dienstag melden.

HĂ€tte BĂŒrgerblick die Werbeanzeige abgelehnt?
In dieser Redaktion wurde gestern diskutiert, ob wir die fragwĂŒrdige Werbeanzeige, den Lockruf der Grenztankstelle und die verschwiegenen Bußgeldgefahr, abgedruckt oder auf die Einnahme verzichtet hĂ€tten. Mehrheitlich kam das Team zum Entschluss: ablehnen, denn der Inhalt der Anzeige ist nicht nur ein falsches Signal in der Pandemie, er fĂŒhrt die Verbraucher in die Irre. Kaum ein Mensch wĂŒrde in der AbwĂ€gung „mehrtĂ€gige QuarantĂ€ne fĂŒr Ersparnis von ein paar Euro“ zur Fahrt nach Österreich aufbrechen; die zudem kein triftiger Grund und damit genau genommen ein weiterer bußgeldbewehrter Verstoß gegen die Seuchenschutzmaßnahmen wĂ€re. Wer dennoch hinĂŒberfahrt, dem geht es manchmal ums Prinzip, Regeln, die seiner Meinung nach nicht sinnvoll sind, zu brechen. Diese Haltung zeigt sich in ihrer Reaktion. Nachdem vorgestern einige wenige Tanktouristen von der Bundespolizei eine Anzeige kassiert hatte, beschwerten sich diese ĂŒber das Vorgehen der Kollegen bei der Landespolizei.

Der Bericht des Sonntagsblattes, Überschrift "Klartext: Tank-Touristen mĂŒssen in QuarantĂ€ne", korrigiert teilweise den irrefĂŒhrenden Beitrag, der tags zuvor in der Heimatzeitung erschienen ist: „Journalistische Sorgfaltspflicht“ ist neuerdings den GratisblĂ€ttern, die paralallen im Netz lesbar sind, auferlegt. Dazu informieren wir in einem Beitrag im aktuellen Aprilheft.   

 
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