Mittwoch, 16. Juni 2021
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Lokalnachrichten >> Sonntag, 04. April 21

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"Tanktouristen" am Karsamstag bei der Rückreise aus Österreich, mutmaßlich ohne digitale Einreiseanmeldung. (Foto. mediendenk)
Seuche und Spritsparf├╝chse

Tanktourismus: Sonntagsblatt korrigiert PNP

Wie ist das nun mit dem Tanktourismus in der Pandemie? Erlaubt oder verboten? Antwort: Erlaubt, aber mit Konseqenzen, die sich keinesfalls rechnen. So haben wir gestern an dieser Stelle ausf├╝hrlich berichtet und einen irref├╝hrenden Bericht der Heimatzeitung widerlegt. Das kostenlose Sonntagsblatt aus demselben Verlagshaus korrigiert heute zudem die PNP und erg├Ąnzt, dass selbst f├╝r Einreisende nach ├ľsterreich unmittelbar die Quarant├Ąne gelte.

Autofahren und Spritpreise sind f├╝r manche ein Erregerthema. Deshalb sei vorausgeschickt: Die Titelseite des kostenloses Sonntagsblattes erweckt den Eindruck, die verhinderten Spritsparf├╝chsinnen und -f├╝chse w├╝rden um hohe Summe gebracht. Diesel kostet laut Abbildung an der Grenztankstelle in Achleiten knapp 90 Cent. Erneut soll Verwirrung und Ver├Ąrgerung verhindert werden: Es handelt sich um ein altes Archivfoto, da die Redaktion offenbar den Aufwand scheute, ein aktuelles Bild anzufertigen.

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As korrgiert PNP: Quarant├Ąne wird f├╝r Einkaufsfahrten ├╝ber die Grenze zur Pflicht. (Foto: mediendenk)
Diese Redaktion war gestern am sp├Ąten Nachmittag am Schauplatz: An der Grenzlandtankstelle leuchete auf der auf der Digitalanzeige der Literpreis f├╝r Diesel mit knapp 118 Cent. An den bayerischen Zapfs├Ąulen diesseits der Grenze kostete er knapp 128 Cent. 40 Liter getankt bedeuteten also gef├╝hlt 4 Euro gespart; Spritverbrauch und Zeitverlust f├╝r die Anreise und verlorene Steuereinnahme f├╝r das eigene Land blenden die Tanktouristen aus.

Vermutung: Einreiseverst├Â├če im Dreiminutentakt
Getankt und mutma├člich gegen die Seuchenschutzverordung versto├čen haben haben gestern, am Tag der Werbeanzeige, wohl ein paar Hundert Autofahrerinnen und Autofahrer. Eine halbst├╝ndige Stichprobe ergab gestern: Unaufgekl├Ąrte oder uneinsichtige Autofahrerinnen und Autofahrer haben etwa im Dreiminutentakt die Grenztankstelle angefahren. ÔÇ×Jetzt ist tote Hose. Sie h├Ątten am Morgen kommen sollenÔÇť, erkl├Ąrt ein Anwohner in Haibach dem Reporter. Kontrollen von bayerischer Grenz- oder Bundespolizei gibt es zu diesem Zeitpunkt, gegen 17 Uhr, offensichtlich nicht. Die Bu├čgeldkasse h├Ątte kr├Ąftig geklingelt, 5.000 Euro die Stunde bei 250 Euro je Versto├č. Denn es ist kaum anzunehmen, dass einer der Betroffenen eine digitale Einreiseanmeldung ausgef├╝llt oder sich in Quarant├Ąne begeben hat. Um 20 Uhr, nach Feierabend der Grenztankstelle, postiert sich ein Kombi der Bundespolizei: Migrationskontrolle. Was das Osterwochenende an Verst├Â├čen ergeben hat, werden die Polizeistellen am Dienstag melden.

H├Ątte B├╝rgerblick die Werbeanzeige abgelehnt?
In dieser Redaktion wurde gestern diskutiert, ob wir die fragw├╝rdige Werbeanzeige, den Lockruf der Grenztankstelle und die verschwiegenen Bu├čgeldgefahr, abgedruckt oder auf die Einnahme verzichtet h├Ątten. Mehrheitlich kam das Team zum Entschluss: ablehnen, denn der Inhalt der Anzeige ist nicht nur ein falsches Signal in der Pandemie, er f├╝hrt die Verbraucher in die Irre. Kaum ein Mensch w├╝rde in der Abw├Ągung ÔÇ×mehrt├Ągige Quarant├Ąne f├╝r Ersparnis von ein paar EuroÔÇť zur Fahrt nach ├ľsterreich aufbrechen; die zudem kein triftiger Grund und damit genau genommen ein weiterer bu├čgeldbewehrter Versto├č gegen die Seuchenschutzma├čnahmen w├Ąre. Wer dennoch hin├╝berfahrt, dem geht es manchmal ums Prinzip, Regeln, die seiner Meinung nach nicht sinnvoll sind, zu brechen. Diese Haltung zeigt sich in ihrer Reaktion. Nachdem vorgestern einige wenige Tanktouristen von der Bundespolizei eine Anzeige kassiert hatte, beschwerten sich diese ├╝ber das Vorgehen der Kollegen bei der Landespolizei.

Der Bericht des Sonntagsblattes, ├ťberschrift "Klartext: Tank-Touristen m├╝ssen in Quarant├Ąne", korrigiert teilweise den irref├╝hrenden Beitrag, der tags zuvor in der Heimatzeitung erschienen ist: ÔÇ×Journalistische SorgfaltspflichtÔÇť ist neuerdings den Gratisbl├Ąttern, die paralallen im Netz lesbar sind, auferlegt. Dazu informieren wir in einem Beitrag im aktuellen Aprilheft.   

 
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