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Plastikabfall im Acker. (Photo: Dirkt Wildt)
Neuhaus am Inn

Von Gärtnern, schmutziger Erde und guten Ruf

In der Gemeinde Neuhaus am Inn hat ein Gärtner, der diese Berufsbezeichnung offensichtlich nicht verdient hat, seinem Image geschadet: Er hat einen weitläufigen Acker mit Plastikabfall vermüllt und ist jetzt von der Behörde angehalten worden, diesen zu entfernen.

Grünen-Kreisvorsitzender Dirk Wildt, als Nachbar betroffen, hatte den Umweltfrevel aufgedeckt. Heute lobt er in einer Pressemitteilung, dass das Landratsamt sehr konsequent vorgehe. In dieser Pressemitteilung ist der Name der Gärtnerei genannt – und da beginnt ein anderes Problem.

„Ich kann nichts dafür, dass mein Bruder auch so heißt, aber mit meinem Blumenladen hat dieser Fall nichts zu tun“, erzählt eine Gärtnerin dem Reporter. Er solle das richtig stellen, denn sie habe unter dieser Verwechslung zu leiden.

Für verantwortungsvolle Journalisten ist das oft schwierig. Sie verzichten auf Namensnennung, wo es nicht zwingend notwendig ist; das öffentliche Interesse ist nur in Ausnahmefällen höher zu bewerten als die Persönlichkeitsrechte. Es sei denn, es handelt sich eindeutig um eine Person des öffentlichen Lebens. Im weltweiten Netz fällt diese Abwägung fast immer zugunsten der Betroffenen aus, es sei denn das öffentliche Interesse erreicht diese Weite.

Verwechslungsgefahr wegen gleicher Namen
Umkehrt, wie in der Gärtnergeschichte in Neuhaus am Inn, wünschen sich manche die Namensnennung, damit es zu keinen falschen Schuldzuweisungen kommt. Sie können nichts dafür, dass sie denselben Namen tragen oder der gleichen Berufsgruppe angehören, befürchten Verwechslungsgefahr.

Im aktuellen September-Magazin hatten wir dieses Problem bei der brisanten Geschichte um einen Unglücksfall, die Vorgänge eine Bestattung betreffend. Ein Vertreter der Branche bat die Redaktion, den Namen des Handelnden zu nennen, denn der Begriff „Polizeibestatter“ würde auf ihn genauso zutreffen. Wir fanden eine Lösung, verzichteten allerdings auf die Namensnennung. Zumal der Betroffene sich nicht äußern wollte, nur über seinen Anwalt mit der Redaktion verkehrte.

„Die Gärtnerei … in Neuhaus am Inn muss auf einer mehreren 1.000 Quadratmeter großen Fläche ihren Plastikmüll endgültig aus der Erde entfernen“, schreibt Wildt und nennt einen Namen. Es sei angefügt, dass damit nicht die gleichnamige Gärtnerin und Inhaber eines Blumenladens in diesem Ort gemeint ist. Der Gärtner, der die Erde nicht schützt, hat seinen Sitz im Ortsteil Vornbach am Inn.

 
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