Donnerstag, 22. Oktober 2020
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Hamburger Richter gegen BĂĽrgerblick

TV-Moderator erlaubt nur, was ihn schmĂĽckt

Passau/ Hamburg/ Brüssel - Die Enthüllung des Lokalmagazins Bürgerblick, dass ein Passauer Gymnasiast mit einem Kunstplagiat einen EU-Jugendförderpreis gewonnen hat, zieht weite Kreise: Ein prominenter TV-Moderator stellte beim Hamburger Landgericht den Antrag, dass sein Name nicht mehr im Zusammenhang mit dieser Geschichte um seinen Neffen erwähnt wird. Und die Jury in Brüssel trifft sich erneut: Hätte Sie die Fälschung erkennen müssen?

In einem Jubelbericht der Heimatzeitung "Passauer Neue Presse" hatte sich der prämierte Schüler mit dem Namen seines prominenten Onkels geschmückt. Gegen eine solch positive Erwähnung hatte der durch hohe Einschaltquoten bundesweit bekannte Volksmusik-Moderator keine Einwände. Als die peinliche Enthüllung kam und sein Neffe vom Preis zurücktrat, wollte er mit diesem Verwandten öffentlich nichts mehr zu tun haben.

Der TV-Star ging über die Hamburger Promi-Anwaltskanzlei von Dr. Matthias Prinz ("Wir lösen Probleme") gegen das Lokalmagazin Bürgerblick mit einer Unterlassungserklärung vor, setzte per einstweiliger Verfügung über das Hamburger Landgericht durch: Sein Name darf im Zusammenhang mit der Berichterstattung über seinen Schummel-Neffen nicht mehr erwähnt werden; der Nennung im vorangegangenen Jubelbericht widersprach er nicht.

Mithilfe des Hamburger Landgerichts hat der prominente Niederbayer also durchgesetzt, dass nur gute Presse über ihn erlaubt ist.

Das Kunstplagiat des Promi-Neffen beschäftigt mittlerweile auch die für diesen europäischen Jugendförderpreis zuständige Kommission in Brüssel: „"Die Jury wird noch einmal zusammenkommen und über den Fall beraten", sagte Sprecher John Clancy auf Anfrage. Der Nächstplatzierte wird nachrücken, nachdem der Betroffene selbst angekündigt hat, den Preis zurückzugeben.

Die europäische Jury besteht aus sieben Leuten, darunter Experten für Entwicklungspolitik und für bildende Kunst. "Es ist nicht realistisch für die Jury, alle Kunstwerke der Welt zu kennen", sagte der Sprecher. Aber: "Wir tun unser Möglichstes, damit es keine Copyright-Verstöße gibt." Es habe auch schon eine Reihe von Fällen gegeben, bei denen wegen solcher Bedenken Einsendungen zurückgewiesen worden seien, vor allem bei musikalischen Beiträgen.

 
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