Mittwoch, 23. Oktober 2019
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Eduard Hamm (1879-1944): eine Passauer Persönlichkeit, die als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus ums Leben kam.
Sonderausstellung an der Uni

Eduard Hamm, ein Passauer Opfer des NS-Regimes

Mit einer Sonderausstellung in der Uni gedenkt die Stadt Passau ab heute eines gro├čen Sohnes ihrer Stadt, der vor 75 Jahren als Widerstandsk├Ąmpfer gegen das Naziregimes ums Leben kam: Eduard Hamm, ein bayerischer Wirtschaftsminister; der misshandelte 64-j├Ąhrige Staatsgefangene soll sich w├Ąhrend eines Verh├Ârs aus dem Fenster gest├╝rzt haben.

Eduard Hamm, am 16. Oktober 1879 in Passau geboren, wuchs auf in der Bahnhofstra├če. Die Familie seiner Mutter, eine geb├╝rtige Niederleuthner, bewirtschaftete das Altstadthotel ÔÇ×Wilder MannÔÇť, sein Vater war K├Âniglicher Amtsrichter. Hamm schlug eine politische Karriere ein: Mitbegr├╝nder der Deutschen Demokratischen Partei in Bayern, 1919 Handelsminister, 1922 Staatssekret├Ąr in der Reichskanzlei, 1923 bayerischer Reichswirtschaftsminister; 1925 bis 1933 stand er an der Spitze des Deutschen Industrie- und Handelstages und war Herausgeber der ÔÇ×Deutschen WirtschaftszeitungÔÇť, in welcher er das NSDAP-Programm kritisierte. Er weigerte sich der Partei beizutreten, zog sich im Mai 1933 aus der Politik zur├╝ck und beschr├Ąnkte sich auf seine T├Ątigkeit als Rechtsanwalt.  

Nach dem Sprengstoffanschlag auf das F├╝hrerhauptquartiert am 20. Juli 1944, das Hitler leicht verletzt ├╝berlebte, wurden mehr als 200 Widerstandsk├Ąmpfer und deren Angeh├Ârige verhaftet und hingerichtet. Hamms Verhaftung erfolgte im am 23. September. Drei Wochen sp├Ąter wurde aus dem Berliner Gef├Ąngnis in Moabit von der Geheimen Staatspolizei sein Tod gemeldet. Hamm hatte der F├╝hrungsriege eines Widerstandskreises um den Berliner Franz Sperr angeh├Ârt, der seine liberalen Wurzeln in Bayern hatte.

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Hamms Enkelin, Christine Bessner, hat aus dem Nachla├č ihre Gro├čvaters der Stadt Passau Urkunden, Bilder und Schriftst├╝cke geschenkt, die bei dieser Ausstellung das erste Mal gezeigt werden. (PR-Foto: Stadt Passau)
In Passau erinnert an Eduard Hamm eine  ihm 1986 gewidmete Stra├če, die am n├Ârdlichen Innufer nicht weit vom Kraftwerk Ingling zu einer gleichnamigen Wohnanlage f├╝r Studenten f├╝hrt. Zudem wurde im Oktober 2016 eine Gedenktafel an Hamms Geburtshaus in der Bahnhofstra├če enth├╝llt. Seine Enkelin, Christine Bessner, die dieser Veranstaltung beiwohnte, hat ein Jahr sp├Ąter der Stadt Passau eine Sammlung aus dem Nachlass ihres Gro├čvaters geschenkt: Schriftst├╝cke, Bilder und Urkunden, die ├Ąlteste stammt aus dem Jahr 1776, unterzeichnet von Kurf├╝rst Maximilian III. Joseph. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war in Hamms Geburtshaus, damals Hotel ÔÇ×Passauer WolfÔÇť, die bedingungslose ├ťbergabe der Stadt an das 261. US-Infanterieregiment unterzeichnet worden.

Oberb├╝rgermeister J├╝rgen Dupper hat der Schenkenden angek├╝ndigt, dass Passau zum 140. Geburtstag ihres Gro├čvaters eine Ausstellung vorbereiten werde. Die St├╝cke aus dem Nachlass werden  erstmals ├Âffentlich gezeigt. Christine Bessner wird bei der Ausstellungser├Âffnung als Ehrengast eine Rede ├╝ber den Lebensweg von Eduard Hamm halten.

Die Eduard-Hamm-Ausstellung wird heute Abend, 15. Oktober im Foyer der Universit├Ątsbibliothek er├Âffnet.

 
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