Mittwoch, 23. Oktober 2019
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Lokalnachrichten >> Montag, 17. Juni 19

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Blick in den Landgerichtssaal 40 vor der Urteilsverkündung: Vorsitzender Richter Wolfgang Heinzlmayr mit Beisitzern und Schöffen, Angeklagter verbirgt mit einem Blatt Papier sein Gesicht; Verteidiger, Dolmetscher. (Foto: mediendenk)
Hohe Gefängnisstrafe

Fl√ľchtling wegen Mordversuchs an Buben verurteilt

Wegen versuchten heimt√ľckischen Mordes an einem heute zw√∂lfj√§hrigen Nachbarsbuben hat das Landgericht Passau einen 26-j√§hrigen Mann aus Eritrea zu sieben Jahren und sechs Monaten Gef√§ngnis verurteilt.

Das Schwurgericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte den Buben im vergangenen Juli mit einem Brotzeitmesser t√∂ten wollte. Er war mit dem Messer in der Hosentasche in die Nachbarswohnung eingedrungen, als der Sch√ľler Nachhause kam. Der Angriff sollte vermutlich der Mutter gelten. Es kam zum Kampf, bei dem der Angreifer dem Buben eine Schnittwunde am Hals beibrachte, die gl√ľcklicherweise nicht lebensgef√§hrlich war. "Stirb!, stirb!, Stirb!", soll der Messert√§ter gerufen haben.

√úber das Motiv konnte sich das Gericht keine Klarheit verschaffen. Der Angeklagte litt offenbar unter der Wahnvorstellung, dass von ihm ein entw√ľrdigendes Nacktvideo im Netz kursiere, f√ľr das die Mutter des Buben irgendwie verantwortlich sei. Das Gericht geht davon aus, dass dieses Video √ľberhaupt nicht existiert.

Der Vorsitzende Richter erkl√§rte, wie die Kammer das Strafma√ü abgewogen hat, warum sie von einem Urteil "lebensl√§nglich" absah. Erschwerend sieht sie den Angriff auf ein wehrloses Kind; der Schnitt in den Hals belege die T√∂tungsabsicht, ebenso der anschlie√üende Versuch des T√§ters, sich mit einem Stromkabel zur strangulieren; er war davon ausgegangen, dass sein Opfer zu Tode gekommen ist. Als mildernde Umst√§nde f√ľhrte der Vorsitzende Richter an, dass der Angeklagte wegen seiner Wahnvorstellungen m√∂glicherweise vermindert schuldf√§hig gewesen ist, der Bub, von schweren posttraumatischen St√∂rungen abgesehen, an keinen k√∂rperlichen Folgesch√§den leide; der Angeklagte nach seiner Flucht aus Afrika selbst als Opfer von Folter und Gewalt traumatisiert sei.

Die Eltern des Opfers, die sich in der Fl√ľchtlingshilfe engagieren, nahmen das Urteil mit Fassung auf. Ihr Sohn hatte unter Ausschluss der √Ėffentlichkeit als Zeuge vor Gericht erneut auftreten m√ľssen. Die Tat verfolgt ihn bis heute.

 
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