Sonntag, 24. M├Ąrz 2019
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Bayern >> Dienstag, 11. Dezember 18

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Abreißen oder retten? An diesem grünen Holzhaus am Linzer Tor, eingetragen in die bayerische Denkmalliste als Bauwerk des 18. Jahrhunderts, will der Passauer Stadtrat ein Exemple statuieren. Das Rathaus ist dagegen und steuert entsprechend Lokalberichte.
Holzhaus ÔÇ×Linzer TorÔÇť

Rathaus provoziert Denkmalsch├╝tzer mit PR-Bericht

Passau - Geht ein Postkartenidyll am Linzer Tor verloren? Wird das alte gr├╝ne Holzhaus aus der Denkmalliste entfernt, weil es seine Eigent├╝mer absichtlich haben verfallen lassen, der letzte f├╝nf Jahre lang bewusst N├Ąssesch├Ąden provozierte?

"Denkmalgesch├╝tztes Haus nun zum Abriss freigegeben", verk├╝ndet heute die "Passauer Neue Presse". Die einzige Quelle, die dort zu Wort kommt, ist die Rathaussprecherin, die aus zweiter Hand das Landesamt f├╝r Denkmal. zitiert. Im Sinne der Stadtverwaltung, die das Geb├Ąude l├Ąngst aufgegeben hat. Doch zwischen den Zeilen ist zu lesen ist, dass noch keine Fakten geschaffen worden sind. Das Haus werde "quasi" freigegeben, die Denkmaleigenschaft "m├╝sste" infrage gestellt werden. Grundlage sei das statische Gutachten, das nummehr vorliege. Bei einer Sanierung des Denkmals m├╝ssten wohl zwei Drittel von Dach, Decken und W├Ąnde dem alten Bestand nachempfunden erneuert werden.

Die Stadtr├Ąte haben mit knapper Mehrheit am 15. November f├╝r eine Notsicherung des Geb├Ąudes gestimmt. Was sie jetzt emp├Ârt: Sie erfahren heute aus der Zeitung durch einen PR-Bericht des Rathauses - der Reporter hat keine weiteren Quellen befragt - was eigentlich Inhalt einer am 17. Dezember anberaumten Sondersitzung des Stadtratsbauausschusses sein sollte.

Was die Lokalzeitung zudem verschweigt: Historiker Matthias Koopmann und Landtagsabgeordneter Gerhard Waschler haben sich f├╝r die Rettung des Denkmals ins Zeug gelegt. Sie haben angeblich einen Investor gefunden, der das Geb├Ąude so sanieren w├╝rde, dass die Postkartenidylle nicht verloren geht; den gro├čen Aufwand w├╝rde der Investor, der eine Leidenschaft f├╝r alte H├Ąuser hat, hinnehmen. Mit einer Pressemitteilung wird Waschler noch heute an die ├ľffentlichkeit gehen.

Das Haus am Linzer Tor ist zum Pr├Ązedenzfall f├╝r den Passauer Denkmalschutz geworden, weil sich erstmals Lokalpolitiker ├╝ber mehrere Parteien hinweg engagieren. Der Beschluss, eine Notsicherung gegen den Willen des Eigent├╝mers durchzuf├╝hren, war erstmalig in der Stadtgeschichte.

Der Vorsitzende vom Forum Passau, des Vereins zum Erhalt von Stadtbild und Landschaft, sagt auf Anfrage, es sei frustrierend, wie die Welt auf den Kopf gestellt ist. "Tausende B├╝rger protestierten per Unterschrift, damit eine illegal gebaute Kitschfassade zu Weihnachten f├╝r ein paar Wochen vor der Zwangsdemontage bewahrt wird. Wenn aber markante Passauer Denkm├Ąler abgerissen werden sollen, ist die ├Âffentliche Aufregung kaum wahrnnehmbar."

Einen ausf├╝hrlichen Bericht ├╝ber die Chronik des Geb├Ąudes, ├╝ber die Person des Eigent├╝mers und die Hintergr├╝nde lesen Sie im aktuellen Winterheft dieses Magazins.

 
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