Montag, 10. Dezember 2018
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Bayern >> Mittwoch, 03. Oktober 18

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Ein Dackel flüstert seinem Herrchen wahrscheinlich zu: Wie lange dauert das noch? Auf dem Balkon des Marstallhauses am Residenzplatz sprechen gerade Deutschlands heimliche Dackelkönige, die Gründer des weltweit ersten Dackelmuseums. (Foto: Tobias Köhler/
Parade und mit Musik und Segen

Passau huldigt dem Dackel

Passau war schon immer ein besonderes Pflaster. Seit heute wird die DreiflĂŒssestadt deutschlandweit mit einem neuen Ereignis in Verbindung stehen: die jĂ€hrliche Dackelparade am Standort des weltweit ersten Dackelmuseums.

Die GrĂŒnder dieses Museums, das MĂ€nnerehepaar Josef KĂŒblbeck und Oliver Storz, haben die Veranstaltung zum „Tag der deutschen Einheit“ ins Leben gerufen. Rund 200 Dackel, teilweise geschmĂŒckt mit MĂ€ntelchen und Halsschleifchen in Weiß-Blau, marschierten mit ihren Frauchen und Herrchen unter den KlĂ€ngen eines Kirchhamer Spielmannszuges durch die Innenstadt. Storz rollte mit einem orangefarbenen KĂ€fer-Cabrio, Baujahr 1979, geschmĂŒckt mit Deutschlandfahne und PlĂŒschdackel, der Parade voran; das Schlusslicht bildete „Dackelkönig“ KĂŒblbeck mit einer Kutsche, ein ZweispĂ€nner.

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Hunderte Frauchen und Herrchen fĂŒhren ihre Dackel ĂŒber den Ludwigsplatz. Polizei hat den Verkehr kurzfristig angehalten. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
GĂ€ste aus nah und fern: Isabel von Maubeuge, die ehemalige Vorsitzende des Dackelvereins, Sektion MĂŒnchen, posierte fĂŒr die Fotografen auf dem Pflaster des Residenzplatzes mit „Betty und Buddy“. „Ich finde es wahnsinnig toll, mit wie viel Herzblut und Leidenschaft die beiden das betreiben.“

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Altstadtpfarrer Helmut Reiner, Mitglied des Passauer Domkapitels, segnet die Hunde. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Die Passauer waren hin- und hergerissen zwischen Bewunderung und Verwunderung ob dieser Dackel-Demo. Mangelndes Selbstbewusstsein kann man denn DackelmuseumsgrĂŒndern nicht absprechen. Sie sprachen zum Dackelvolk vom Balkon des Altbischofs aus, ließen vom Altstadtpfarrer Helmut Reiner die Hunde segnen. Als die grĂ¶ĂŸten SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt nannte KĂŒblbeck den Stephansdom hinter seinem RĂŒcken und sein Museum um die Ecke in einem Atemzug. Der Pfarrer zitierte aus der Schöpfungsgeschichte und wĂŒnschte sich, die Menschen mögen Gott die selbe Treue erweisen wie der Hund dem Menschen.

Passauer Polizeibeamte und Feuerwehrleute hatten wohl erstmals in dem Leben die Aufgabe, Straßen und PlĂ€tze zu sperren, damit ihren Hund Gassi fĂŒhrende BĂŒrger Vortritt haben. Unter die Dackel hatten sich auch ein paar fremde Rassen gemischt.

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Vom Balkon des Marstallhauses, einst Wohnsitz des Altbischofs, begrĂŒĂŸen Oliver Storz und Josef KĂŒblbeck das Dackelvolk. (Foto: Tobias Köhler/ mediendenk)
Der Dackel wird „Zamperl“ oder „Wadenbeißer“ genannt, weil er nicht gerade hoch an Wuchs ist. Bei der Dackelparade blieb er das unscheinbarste, aber hörbare Element. Eine Parade, die klĂ€fft und bellt. KĂŒblbeck hat sich einfallen lassen, wie man den Dackel in den Mittelpunkt stellt, GrĂ¶ĂŸe verleiht: Ein aufgeblasener, zweieinhalb Meter hoher Plastikdackel in gedeckten Nationalfarben wurde wie auf einer SĂ€nfte im Gleichschritt von vier FeuerwehrmĂ€nnern dem Zug vorangetragen.
hud

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Fotos können Sie anfordern unter koehler @ buergerblick.de

 
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