Sonntag, 23. September 2018
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Bayern >> Mittwoch, 23. Mai 18

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Der Unglücksort hatte sich mit Kerzen und Blumen in eine Gedenkstätte für den toten Maurice verwandelt. (Foto: mediendenk)
Pr√ľgelei mit Todesfolge

Vier Jugendliche auf Antrag des Staatsanwalts wieder frei

Nach dem Tod des f√ľnfzehnj√§hrigen Maurice sitzen seit heute nur noch zwei Burschen, 21 und 25 Jahre alt, in Untersuchungshaft. Die vier Minderj√§hrigen im Alter zwischen 14 bis 17 sind auf Antrag der Staatsanwaltschaft auf freien Fu√ü gesetzt worden.

Die Untersuchungshaft und die Unterbringung des J√ľngsten waren vom Haftrichter angeordnet worden, nachdem Verdunkelungsgefahr bestand. Es sollte verhindert werden, dass die Beteiligten ihre Aussagen absprechen.

Bei einer Pr√ľgelei in der Passauer Fu√üg√§ngerunterf√ľhrung war vor f√ľnf Wochen der f√ľnfzehnj√§hrige Maurice nach Faustschl√§gen am eigenen Blut erstickt. Er hatte sich mit einem gleichaltrigen Rivalen zu einer Aussprache getroffen, die zur k√∂rperlichen Auseinandersetzung f√ľhrte. Auf beiden Seiten waren Freunde mitgekommen.

Nach bisherigem Kenntnisstand der Ermittler haben sich mindestens drei Jugendliche, die den Rivalen von Maurice begleitet hatten, unmittelbar an der Pr√ľgelei beteiligt; die anderen beiden h√§tten nur angefeuert. Zu Letzteren geh√∂ren der in Amberg in Untersuchungshaft verbliebene 21-J√§hrige, ein polnischer Staatsangeh√∂riger. Bei ihm besteht Fluchtgefahr, da gegen ihn ein Parallelverfahren wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt l√§uft. Ihn k√∂nnte eine h√∂here Gesamtstrafe erwarten.

Fluchtgefahr ist ebenso der fortgesetzte Haftgrund f√ľr den √§ltesten Beteiligten, einen 25-J√§hrigen, der bei der Pr√ľgelei mitgewirkt hatte. Er sitzt im Passauer Stadtgef√§ngnis.

Die sechs Jugendlichen werden beschuldigt der K√∂rperverletzung mit Todesfolge und der Beihilfe. Dass den Tod von Maurice keiner gewollt hatte, davon geht selbst die Staatsanwaltschaft aus. Lesen Sie dazu das aktuelle B√ľrgerblick-Heft Nr. 115, Mai. Dies erkl√§rt, warum der Antrag zur Haftpr√ľfung nicht von den Verteidigern, sondern von der Staatsanwaltschaft kam.

Die Freigelassenen haben Auflagen erhalten, mit bestimmten Beteiligten und Zeugen bis zum Prozess keinen Kontakt aufzunehmen.

Medienberichte, wonach "20 Gaffer" die Gewalttat verfolgten, haben sich nicht best√§tigt. Es g√§be kein einziges Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung, erkl√§rt die Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Die Umstehenden h√§tten wohl alle zum Bekanntenkreis der Rivalen geh√∂rt, seien entweder mit der Situation √ľberfordert gewesen oder h√§tten den Ernst der Lage nicht einsch√§tzen k√∂nnen.

 
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