Dienstag, 11. Dezember 2018
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Ein BR-Kamerateam markierte mit Plakaten und Schildern die neue videoüberwachte "Sicherheitszone" am Klostergarten, interviewte die Kritiker der Überwachung. (Foto: Tobias Köhler)
Brennpunkt Klostergarten

Drogenspritze und TV-Kameras

Eine blutbefleckte Drogenspritze, die angeblich wĂ€hrend einer Veranstaltung mit rollenden Grill- und ImbisskĂŒchen in einem Brunnen entdeckt worden ist, hat im Netzwerk „Du kommst aus Passau, wenn“ fĂŒr Verbreitung und Aufregung gesorgt.

Ein Facebook-Mitglied, das sich als Mutter und Steuerfachgehilfin bezeichnet, hatte des Foto am Samstagabend in die Gruppe gestellt. Diese zĂ€hlt laut Facebook 11.000 Mitglieder. Es zeigt die grĂŒne Einwegspritze auf einem Granitstein liegend. Es handelt sich offensichtlich um das Becken des Brunnens an der Cagnes-Sur-Mer-Promenade. Die daran angrenzende Parkanlage „Klostergarten“ ist zum Treffpunkt von BĂŒrgern und Migranten geworden, die teilweise an der Flasche oder sogenannten weichen Drogen hĂ€ngen. 

Die Passauer Polizei teilt auf Anfrage mit, dass bei ihr zu diesem Fund kein Hinweis eingegangen sei. Als man auf das Foto im Netz und die dadurch verursachte Aufregung aufmerksam geworden ist, habe eine Streife Nachschau gehalten, ohne Ergebnis.

Privater Sicherheitsdienst eingeschaltet

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Diese blutbefleckte Einmalspritze bewegte am Pfingstwochenende die GemĂŒter derjenigen, die aufmerksam das Passauer Facebooktagebuch verfolgen. (Quelle: Facebook)
Die Urheberin des Bildes teilt auf Anfrage mit, dass sie die Kunststoffspritze im Brunnenbecken entdeckt habe, als sie sich mit ihre Tochter am Beckenrand zum Essen niederließ. Sie habe auf den Sicherheitsdienst gewartet, um diesem Bescheid zu geben. Diese hĂ€tten „wohl mehr entdeckt“, aber keine Personen angetroffen. Die Polizei hingegen geht davon aus, dass die Sicherheitsleute keinen Anlaß sahen, die Polizei einzuschalten. Es liege keine Meldung vor.

Harte Drogen - Fehlanzeige im Polizeibericht
Es ist nicht auszuschließen, dass sich in den öffentlichen Toilettenanlagen oder im Schutz der Dunkelheit in Passau einige wenige AbhĂ€ngige harte Drogen setzen. Die Kontrollen der Polizei im "Klostergarten", das ergibt sich aus den Pressemitteilungen, registrieren allerdings in den letzten fĂŒnf Jahren keine Aufgriffe wegen sogenannter harter Drogen. Die durchschnittlich zwei, drei Ordnungswidrigkeiten pro Monat betreffen den Missbrauch oder Besitz von illegalen KrĂ€utermischungen oder exzessiven Alkoholgenuss. Letzterer wird durch eine stĂ€dtische Satzung untersagt.

Umstrittene VideoĂŒberwachung
Die Parkanlage ist in den Brennpunkt des öffentlichen Interesses geraten, weil der Stadtrat mit einer Mehrheit von knapp 65 Prozent der Stimmen beschlossen hat, eine VideoĂŒberwachungsanlage mit acht Kameras zu installieren. Kostenpunkt inklusive Kontrollraum: 200.000 Euro. 

Kanonen auf Spatzen
„Hier werde mit Kanonen auf Spatzen geschossen“, hatte der linke Lokalpolitiker Josef Ilsanker im Vorfeld der Stadtratssitzung kritisiert. Seiner Meinung schlossen sich Lokalpolitiker die GrĂŒnen und der CSU an; selbst der einzige AfD-Stadtrat stimmte gegen die Kameras.

BR-Magazin "Quer" berichtet
Braucht das beschauliche Passau eine VideoĂŒberwachung im öffentlichen Raum? Allein die Absicht, unliebsame StammgĂ€ste aus dem Park zu vertreiben, berechtigt diese kostspielige Maßnahme? Stigmatisiert sich die Stadt durch kameraĂŒberwachte PlĂ€tze nicht selbst: Vorsicht Gefahr? Schreckt das nicht eher Besucher ab? Die kritischen Berichte dieses Magazins sind bayernweit mit Interesse gelesen worden. Das Bayerische Fernsehen dreht heute fĂŒr einen Beitrag, der im BR-Magazin „Quer“ ausgestrahlt werden soll. 

 
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