Donnerstag, 18. Oktober 2018
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Meinung >> Samstag, 24. MĂ€rz 18

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Ist die Fotomontage der Brücke eine "Fake-News" zur Nordtangente übers Ilztal? Die Bildunterschrift zu lesen, hätte einen politischen Aufreger im Schulunterricht verhindert. (Quelle: Flugblatt BI "Natur ja - Nordtangente nein!"
Nordtangente im Schulunterricht

Viel Aufregung um nichts

Es ist zur Unart geworden, fĂŒr den politischen Schlagabtausch die Medien einzuspannen. Miteinander reden, die Dinge in Ruhe klĂ€ren, hilft manchmal weiter.

Zeitgerecht fĂŒr das Wurfblatt „Am Sonntag“, das kleine Aufreger gerne zum Skandal hochschreibt, hat ein Passauer ÖDP-FunktionĂ€r heute eine Pressemitteilung verschickt, die einen CSU-Landtagsabgeordneten an den Pranger stellen soll: Er habe vor eine Schulklasse in trumpscher Manier von „Fake-News“ gesprochen, einen SchĂŒler diskreditiert. Thema war ein heißes Eisen, die Nordtangente.

Von den Betroffenen habe danach keiner mit ihm gesprochen, aber er habe soeben dem Sonntagsblatt seine Stellungnahme verschickt, erklĂ€rt CSU-Landtagsabgeordneter Gerhard Waschler. Er war vor knapp zwei Wochen in seiner Funktion als Landtagspolitiker im Sozialkundeunterricht vor der Klasse eines Passauer Gymnasiums aufgetreten. Politische Bildungsstunde. Aus dem SchĂŒlerkreis ist er befragt worden, wie er zur Nordumfahrung steht, ein in Passau höchst umstrittenes Verkehrsprojekt, welches das unberĂŒhrte Ilztal beschĂ€digen wĂŒrde.

Bei Waschler traf die Frage einen gereizten Nerv, denn ausgerechnet in diesen Tagen, da sich die Debatte dank eines Dialogforums versachlicht hatte, steckte die BĂŒrgerinitiative „Natur ja - Nordtangente nein!“ in die BriefkĂ€sten - aus Waschlers Sicht - neuen ZĂŒndstoff hinein. Er hat das Flugblatt selbst erhalten. Abgebildet sei wieder gewesen „dieses Motiv der BrĂŒcke mit den massiven Pfeilern ĂŒber einem Flusstal“, erzĂ€hlt er. Jeder wĂŒsste, dass auch seine Partei diese Variante ablehne. Sie sei vom Tisch. Deshalb habe er in diesem Unterricht die Aktivisten angeprangert, die solche „Fake-News“ verbreiten. Der Name des Sprechers der Initiative fiel. Ein anwesender SchĂŒler meldete sich: „Das ist mein Papa."

Wie Waschler darauf reagierte, dazu gibt es jetzt zwei Versionen. Laut Pressemitteilung der ÖDP soll er geantwortet haben „man kann ja nichts dafĂŒr, wer sein Vater ist.“ Was einem durchaus rausrutschen könnte. Er selbst korrigiert, die Äußerung sei sinngemĂ€ĂŸ anders gefallen: Der SchĂŒler könne ja nichts dafĂŒr, wenn so etwas verteilt wird.

Der Sprecher der BĂŒrgerinitiative hatte den Vorfall mit seinem Sohn spĂ€ter kurz im ÖDP-Kreisvorstand erwĂ€hnt. Dort war die Empörung so groß, dass sie jetzt medial und politisch ausgeschlachtet wird.

Die ÖDP-Landtagskandidatin Agnes Becker, als Mitglied der BĂŒrgerinitiative mit dem betroffenen Vater verbunden, hat es sehr hoch gehĂ€ngt: Sie schrieb an LandtagsprĂ€sidentin Barbara Stamm und den neuen Kultusminister Bernd Sibler, will wissen „ob dieser Auftritt dem Verhaltenskodex eines Bayerischen Landtagsabgeordneten entspricht und ob die Wortwahl Waschlers mit dem Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz vereinbar ist“.

Zur AufklĂ€rung aller Beteiligten: Die BrĂŒcke mit den "massiven Pfeilern", welche auf dem Flugblatt der BĂŒrgerinitiative als Fotomontage dargestellt ist, veranschaulicht nicht - wie Waschler wohl irrtĂŒmlich interpretiert hat - die Nordtangente ĂŒber das Ilztal, sondern die weiter westlich geplante Überfahrung des Gaißatals. So steht es in der Bildbeschreibung. Also: Die BĂŒrgerinitiative hat keine "Fake-News" verbreitet, der SchĂŒler braucht sich nicht zu schĂ€men und Waschler hat sich unnötig aufgeregt.

 
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