Donnerstag, 19. Juli 2018
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Bayern >> Mittwoch, 20. Dezember 17

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Zoff um die Kandidatur zur Landtagswahl: Christian Flisek hat die Absicht, nicht anzutreten. Sein parteiinterner Mitbewerber Bernhard Roos hat ihn mit persönlichen Attacken entnervt. Parteikollegen versuchen ihn, aufzurichten.
SPD-Streit um Wahlbezirke

Flisek kündigt weiteren Rückzug an

Nach der Bundestagswahl hatte er wegen eines schlechten Listenplatzes das Mandat verloren, am Samstag legte er das Amt des Bezirksvorsitzenden nieder, gestern Abend ging er mit dem Entschluss zu seinen Parteikollegen, einen weiteren Rückzug aus der Politik zu verkünden: „Ich werde bei der Landtagswahl nicht antreten“, sagte Christian Flisek am Nachmittag.

Doch die Mitglieder des Unterbezirks haben es ihm am Dienstagabend bei einem fünfstündigem Treffen mit Reindlessen im Hinterzimmer des Ratskellers nicht einfach gemacht. Sie signalisierten mit einem einstimmigen Beschluss, dass sie ihm als Kandidat den Rücken stärken möchten. Er wolle den Weihnachtsfrieden der Partei nicht gefährden, sich mit seiner Frau noch mal besprechen, sagte Flisek danach. Seine Grundhaltung habe sich jedoch nicht geändert.

Fliseks Verdrossenheit hat mit einer heftigen parteiinternen Auseinandersetzung zu tun. Wer erhält bei der Landtagswahl den aussichtsreichsten der beiden Wahlkreise? Am 17. Februar finden die Nominierungsversammlungen statt. Der amtierende Landtagsabgeordnete Bernhard Roos, 63 Jahre alt, der bisher den aussichtsreicheren Wahlbezirk Ost mit der Stadt Passau hält, oder der 43-jährige Heimkehrer Christian Flisek? Der Passauer Rechtsanwalt hatte sich auf der Berliner Bühne mit feinsinniger Rhetorik und als Experte im NSA- Untersuchungsausschuss profiliert.

Freund - Feind - Parteifreund – so dekliniert es sich in der Politik, wenn nach schlechten Wahlergebnissen die Postendecke niedrig geworden ist. Es beginnt ein Hauen und Stechen, wie es sich Außenstehende wohl kaum vorstellen mögen. In der Causa Flisek-Roos scheint dies eingetreten zu sein. Flisek hatte gegenüber der Heimatzeitung erklärt, dass er sich "scharfen persönlichen Angriffen" durch den Landtagsabgeordneten Roos ausgesetzt fühle. Dieser hatte  überraschend über die Medien verkündet, er werde 2018 nicht mehr kandidieren. Er zog den "Seehofer-Söder"-Vergleich. "Roos macht für Flisek den Weg frei", titelte die PNP. Zwischen den Zeilen war zu lesen, dass es eine Trotzreaktion des Politikers war. Was Roos ärgerte: Gegen seinen Willen war die Stimmkreiskonferenz seines Wahlbezirks, bei der er sich wieder profilieren wollte, abgesagt worden.   

Roos war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar. Eine angefragter Rückruf blieb aus.  

Es könnte also sein, dass die Passsauer SPD für die Landtagswahl zwei neue Kandidaten braucht. Es gäbe kompetente junge Figuren, die vielleicht noch nicht so bekannt seien, aber über einen profunde beruflichen Werdegang verfügen, sagte Flisek nach der Versammlung. Er halte solche Kandidaten allemal besser als junge Kollegen, die den direkten Gang vom Hörsaal zum Plenarsaal antreten.

hud 

 
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