Sonntag, 22. Oktober 2017
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Meinung >> Sonntag, 24. September 17

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Zum Wahltag: Ein Gespräch beim Friseur zur Demokratie.
Beim Friseur

2 Euro für neue Wählerstimme

Im Netz tobte endspurtirre der Wahlkampf. Noch nie haben mich so oft Bürger gefragt: Wen soll ich wählen? Sogar manche Persönlichkeiten stellen die Frage öffentlich im Netz. 

Mein Friseur hat gesagt, er geht nicht wählen, weil ihm das Wissen fehle. Er verstehe sein Handwerk, aber nicht wie man ein Land richtig führt. Wählen sollten nur diejenigen, die sich auskennen, meinte er. Das sei schon bei den alten Griechen so gewesen. Das einfache Volk hatte keine Stimme. 

Ich dachte mir: Wenn doch alle Bürger so selbstkritisch wären wie mein Friseur, würde es manche Parteien überhaupt nicht geben. Seine Demutshaltung und Geschichtskenntnis fand meinen Respekt. Ein eingebürgerter Kriegsflüchtling, ein gläubiger Muslim, erzählt mir von Wahlunmündigkeit. Wenn ich auf Bekannte treffe, die nicht wählen gehen, dann geht es meist um Politikverdrossenheit. 

Im Friseurstuhl ist dann der Journalist in mir durchgebrochen. Ich erzählte dem bärtigen Mann mit der scharfen Klinge vom wichtigsten Gut der Demokratie, dass das Wahlrecht ein Geschenk sei, um das uns viele andere Weltbürger beneideten. Das Gespräch kam in Gang. Er nannte mir die beiden Parteien, die er auf keinen Fall wählen würde, weil sie Menschen wie ihn nicht im Land haben wollen. 

"Siehst Du", sagte ich ihm, "aber jeder, der seine Stimme nicht abgibt, stärkt auch diejenigen Parteien, die er garantiert nicht haben will. Denn die Anteile der Nichtwähler werden allen zugeschlagen."

Da wurde er nachdenklich und begann abzuwägen, mit welcher Partei er wohl liebäugeln könne. 

Als ich bezahlte, legte ich ihm zwei Euro Trinkgeld hin, obwohl ich dem Chef selten Trinkgeld gebe. Ich sagte mit aufgesetztem Ernst: "Dafür musst Du jetzt wählen gehen!" Mit dem guten Gefühl, ein neues aktives Mitglied der Demokratie gewonnen zu haben, verließ ich beschwingt den Laden.

Ach ja, die Ausgangsfrage habe ich noch nicht beantwortet. Wen soll man wählen? 

Die Antwort ist mir eingefallen, während ich diesen Text geschrieben habe. Ich habe es auch schon getwittert: Jede Partei, die den inneren und äußeren Frieden bewahrt, ist die richtige. Denn ohne Frieden ist alles nichts.

Hubert Jakob Denk

Freier Journalist
Herausgeber Bürgerblick

 
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