Sonntag, 22. Oktober 2017
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Lokalnachrichten >> Freitag, 22. September 17

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Schauplatz eines Polizeieinsatzes: Kinderheim St. Josef in Büchlberg. (PR-Foto: St. Josef)
Alarm im Kinderheim

PubertÀt, Beziehungskrise und Softairwaffe


Der Notruf einer JugendpĂ€dagogin hat am Donnerstagabend zu einem grĂ¶ĂŸeren Polizeieinsatz in BĂŒchlberg (Landkreis Passau) gefĂŒhrt.

Ein Heimbewohner war mit einer Druckluftwaffe, wie sie frei erhĂ€ltlich ist, abends aufs GelĂ€nde zurĂŒckgekommen. Die fĂŒr die Betreuerin tĂ€uschend echt aussehende Waffe, die er am RĂŒcken hielt, und sein aufgewĂŒhlter Zustand hatten Schlimmstes befĂŒrchten lassen.

Jugendlicher, Waffe, Kinderheim - in einer Informationsgesellschaft, die von jedweden AmoklĂ€ufen der Welt sensibilisiert ist, schrillen die Alarmglocken entsprechend laut. Der Notruf löste einen Großeinsatz aus, der kurz nach Eintreffen der Polizeibeamten abgebrochen werden konnte. Rettungsfahrzeuge, die unterwegs waren, drehten auf halbem Wege wieder um. Der 15-jĂ€hrige hatte die Softairpistole, welche die Uniformierten als Spielzeug erkannten, umgehend ausgehĂ€ndigt.

In Sorge um den labilen Zustand des Burschen, der - wie sich spĂ€ter herausstellte – in einer pubertĂ€ren Beziehungskrise steckt, unter Liebeskummer leidet, wurde dieser zur Ă€rztlichen Behandlung in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. 

Im BĂŒchlberger Kinderheim „St. Josef“ werden in verschiedenen Gruppen rund 80 Bewohner betreut, vom Kleinkind bis zum Heranwachsenden. Die Aufnahme in die Einrichtung erfolgt in der Regel, wenn VerhaltensauffĂ€lligkeiten vorliegen. JugendpĂ€dagogen arbeiten in Schicht rund um die Uhr, acht waren in der Nacht des Polizeieinsatzes im Dienst.

Die Jugendlichen haben Ausgang bis 22 Uhr, dann herrscht Bettruhe. Um 21.15 Uhr hatte der 15-JĂ€hrige das GelĂ€nde betreten. Eine Betreuerin beobachtete ihn, entdeckte die Waffe. Laut Polizeibericht soll er "GewalttĂ€tigkeiten gegenĂŒber sich und anderen" angekĂŒndigt haben.

Die Hersteller der Softairwaffen werben damit, dass ihre Produkte den echten Pistolen und Gewehren tÀuschend Àhnlichsehen. Wo sich der Jugendliche das umstrittene Spielzeug besorgt hat, wird laut Heimleitung ermittelt. Warum hat die Polizei in ihrem Pressebericht die Druckluftwaffe nicht erwÀhnt? Es habe sich erkennbar um eine harmlose Spielzeugwaffe gehandelt, die mit Erbsen und Druckluft funktioniere, ergab die Nachfrage.

 
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