Dienstag, 22. August 2017
·
·

Meinung >> Dienstag, 08. August 17

bild_klein_0000012241.jpg
EW 2017: "Kings Singers" in der Klosterkirche Engelhartszell. (Foto: Scholz/ EW)
EW-Premiere mit Intendant Bauer

GroĂźes Bravo und CSU-Bonbon als Belohnung

„Dem Intendanten haben wir eine Woche Urlaub verordnet“, sagt Rosemarie Weber, Vorsitzende der „Europäischen Wochen“ (EW). Er hat ihn sich verdient. Thomas Eduard Bauer hat in seiner Doppelrolle als Kulturmanager und Opernsänger den Passauer Festspielen zu einem Höhenflug verholfen. Herausragende klassische Musik, begeistertes Publikum, neue EW-Liebhaber, strenge Kritiker, die plötzlich Kreide gefressen haben.

„Das Publikum will sehen, wenn der Chef die Zirkusnummer vortanzt“, hatte Bauer sein persönliches Mitwirken gegen lästernde Zungen verteidigt. Er behielt recht. Mit seiner warmen Baritonstimme, seinem Talent zum charmanten Moderator, war er tatsächlich oft selbst der Publikumsmagnet.

Der Intendant der Herzen

bild_klein_0000012242.jpg
EW 2017: "Carmina Burana" in der Dreiländerhalle. (PR-Foto: EW)
Mit 2.400 Zuschauern beim Doppelfinale „Carmina Burana“ in der Dreiländerhalle schloss sich der leuchtende Kreis der 48 Veranstaltungen seiner Festspiele, die an ebendiesem akustisch schwierigen Ort mangels Festspielhaus mit Beethovens Neunter begonnen hatten. Schon bei diesem Auftakt waren Bauer die Herzen zugeflogen: Er hatte lokale Chöre und Sänger aufgerufen, am Beethovenchor mitzuwirken. Jeder dieser Sängerinnen und Sänger ist ein Multiplikator, ein Botschafter der neuen EW geworden. Es war ein kluges Konzept.   

CSU-Lokaltrio feiert sich für "konzerttauglichen Hörsaal"
Wie zur Belohnung traf zum Ende der ersten bauerschen Festspielzeit das Versprechen aus MĂĽnchen ein, bei der Erweiterung der Universität zu FuĂźe des LöwenbrauereihĂĽgels den neuen Hörsaal konzerttauglich auszurĂĽsten. Die „Passauer Neue Presse“ (PNP) feierte diese fĂĽr Kulturfreunde zweifellos gute, aber auch ernĂĽchternde Nachricht, als wäre es die Grundsteinlegung fĂĽr das fehlende Passauer Festspielhaus. Seehofers Wohlwollen fĂĽr die europäischen Kulturstadt Passau ist im aufkeimenden Wahlkampf als mediale Schaumschlägerei benutzt worden. Ersichtlich daran: Der Konzerthausersatz im neuen 50 Millionen Euro teuren Universitätsgebäude ist in jedem Lokalbericht als Erfolg namentlich dem CSU-Trio „SWT“ angeheftet worden: Scheuer, Waschler, Taubeneder. Auch dies ein Beleg fĂĽr plumpe Parteipropaganda: Es werde bald eine Lösung fĂĽr das Konzerthaus geben, aber man dĂĽrfe darĂĽber noch nicht sprechen, weil sich bestimmte Politiker mit dieser AnkĂĽndigung selbst gerne feiern möchten, hatten Monate zuvor Insider ihre ZurĂĽckhaltung bei diesem Thema erklärt.  

Die PNP-VerkĂĽndigung sollte SPD-OberbĂĽrgermeister Dupper wie eine kalte Dusche treffen: Schau, hier sitzen die Macher, die Deine Stadt voranbringen! FĂĽr alle, die es vergessen haben: Der CSU-Vorgänger im OB-Amt hat 2007 ein Passauer Konzerthaus mit einem ungeschickten BĂĽrgerentscheid und unglĂĽcklichem Standort ausgebremst.  

Bauer bräuchte 1.000-Plätze-Konzerthaus
Je 1.200 Zuschauer hatte EW-Intendant Bauer mit seinem spanischen Schlussspektakel „Carmina Burana“ in die akustisch problematische Dreiländerhalle gelockt, die 700-Zuschauer-Marke hatte er hier schon beim Auftakt mit Beethoven erreicht. Den Zuschauerrahmen für den konzerttauglichen Unihörsaal (geplant 700 Plätze) hat Bauer bei seinen Premierenfestspielen also schon gesprengt.

Deshalb die Bitte an das Erfolgstrio „SWT“: In München nachfassen, ob da nicht mehr geht. Festspielstadt, Festspielhaus, Europastadt, Europahaus und so. Die parlamentarische Entscheidung steht ja erst noch bevor. Ein Land, das zweistellige Millionensummen für umstrittene Dorfumfahrungen ausgibt und Trabantengewerbesiedlungen fördert, sollte sich auch bei schönen Dingen nicht lumpen lassen.

Mehr Zuhörer, mehr verkaufte Karten

bild_klein_0000012243.jpg
EW 2017: Pianist Grigory Sokolov in der Altstadtkirche "St. Michael".
Laut Pressemitteilung zählten die 65. Europäischen Wochen 17.500 Besucher (Vorjahr 15.000), verkauften 15.200 Tickets (Vorjahr 12.500), erzielten 340.000 Euro Umsatz (keine Vergleichszahl angegeben). Los geht´s im nächsten Jahr  mit dem Eröffnungsball am 6. Juli. Es gibt neue Stammgäste: Pianist Grigory Sokolov, Dirigent Enoch zu Guttenberg und die Bamberger Symphoniker haben fĂĽr die nächste Festspielzeit schon zugesagt.

 
Bitte klicken Sie diese Förderer
und Freunde der freien Presse:

Hier Ihre Anzeige?
Kontaktieren Sie uns!

 

Unsere News und Bilder
finden Sie wieder:
 
Tageszeitung

 

Wochenzeitung

 

Illustrierte

 

TV & Radio
ARD
ZDF
Bayerisches Fernsehen
 
Agenturen

 

Ausland

 

Internet
Google
Yahoo
Passau Bilder