Mittwoch, 26. Juli 2017
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Regionales >> Freitag, 07. Juli 17

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Künstlerin Arahmaiani Feisal zerschmettert auf dem Pflaster Porzellanteller, die Bürger zuvor mit ihren Gedanken zur Innpromenade beschriftet haben: Handeln, denn Postulieren allein genügt nicht, lautet die Boschaft.
Biennale-KĂŒnstlerin in Passau

"Lebensraum" nicht zerstören

Sie kĂ€mpft mit ihrer Kunst gegen die Abholzung des Regenwaldes, gegen die Naturzerstörung im Hochland von Tibet. Die symbolstarken AuffĂŒhrungen der indonesischen KĂŒnstlerin Arahmaiani Feisal, 56, sind gefragt auf den großen Kunstschauen der Welt. Jetzt hat sie sich mit einer zweistĂŒndigen Inszenierung fĂŒr den Erhalt eines Naturdenkmals in einer niederbayerischen Provinzstadt eingesetzt: Im Herzen von Passau soll eine Kastanienallee am Inn einer Hochwassermauer geopfert werden.

Flaggen, Porzellanteller, GongschlÀge

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Mit Botschaften wie "Freiheit" oder "Kultur" waren die farbigen Fahnen beschriftet. Studenten des Lehrstuhl fĂŒr "SĂŒdostasienkunde" und Passauer BĂŒrger ließen sie im Schatten von Trauerweiden und Kastanien an der Innpromenade wehen.
Arahmaiani ließ ihre Studenten und BĂŒrger mit farbenfrohen Flaggen zum Klang eines Buckelgongs an der Innpromenade aufziehen, Porzellanteller beschriften, welche den Wert dieser BĂ€ume beschreiben sollen. Es genĂŒge nicht, seine Ziele zu postulieren, man mĂŒsse dafĂŒr auch etwas tun, war ihre Botschaft. Sie zerschmetterte die 30 beschrifteten Teller symbolisch auf dem Pflaster. Im Scherbenhaufen, manche mögen ein Zeichen darin gesehen haben, war ein einziges heil geblieben. Es trug die Aufschrift „Lebensraum“.

Die Stadt Passau plant mit UnterstĂŒtzung des Freistaates eine Straßensenke mit zwei Dutzend HĂ€usern vor der Gefahr eines Jahrhunderthochwassers zu schĂŒtzen. FĂŒr den Grundschutz mĂŒsste eine 520 Meter lange Mauer errichtet werden. Die Kastanienallee, ein Naturdenkmal aus dem 19. Jahrhundert, wĂŒrde zerstört, etwa ein Drittel der BĂ€ume gefĂ€llt werden.

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Kulturhistoriker Werner Kraus und Uni-Gastdozentin Arahmaiani Faisal entdecken im Scherbenhaufen den unzerstörten Teller "Lebensraum".
„Es scheint, dass die Menschheit die FĂ€higkeit hat, zu vergessen, dass das Leben ein schöner Garten ist, der Himmel auf Erden. Die Menschheit vergisst, auf ihn zu achten und ihn zu pflegen“, sagt Arahmaiani, der mit ihren ökologischen Performance-Kunst der Durchbruch auf der 50. Biennale von Venedig (Pavillon „Das verlorene Paradies – Trauer der Welt“, 2003) gelang. Derzeit pendelt sie zwischen drei Orten: ihrem Heimatort Jakarta,  ihrem Projekt in Tibet und der Uni Passau, wo sie seit fĂŒnf Jahren regelmĂ€ĂŸig vom Lehrstuhl fĂŒr SĂŒdostasienkunde als Dozentin verpflichtet wird.

Mehr in der gedruckten Ausgabe.

Fotogalerie: Hubert J. Denk

hud

 
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