Donnerstag, 23. Februar 2017
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Lokalnachrichten >> Montag, 20. Februar 17

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Wahrscheinlicher Verlauf der Flutmauer: Auf den ersten 90 Metern von der Brücke ansteigend bis 3,50 Meter (Linie), barrierefreie Zugänge und Grundschutz von 1,30 Meter (gestrichelte Linie). (Foto: Bürgerblick/ Tobias Köhler)
Hochwasserschutz

Heute geht¬īs um die Innpromenade

Die Planspiele f√ľr den umstrittenen Passauer Hochwasserschutz an der Gottfried-Sch√§ffer-Stra√üe (Innpromenade) besch√§ftigen heute Stadtr√§te und B√ľrger. Erstmals stellen die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes ihre digitalen Entw√ľrfe vor. Viele Passauer wollen sich damit nicht zufriedengeben und fordern ein Phantomger√ľst, das den Eingriff ma√üstabsgetreu abbildet. Eine weitere B√ľrgeranh√∂rung mit "neutralem Moderator" ist Ende M√§rz geplant.

Um 14 Uhr beginnt im Kleinen Rathaussaal die Stadtratssitzung, die auch ins Netz √ľbertragen wird. Erst werden die Stadtr√§te informiert, dann die B√ľrger: Um 19 Uhr wiederholen die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes ihre Pr√§sentation im Gro√üen Redoutensaal, Gottfried-Sch√§ffer-Stra√üe 2. Durch die Fenster des Saals blickt man auf die gef√§hrdete Kastanienallee.

Ziel der Veranstaltungen: Von verschiedenen möglichen Verläufen der Hochwassermauer (520 Meter lang, 1,30 bis 3,50 Meter hoch) zwischen Ufer und Häuserzeile soll eine bestimmte festgelegt werden.

Erst wenn konkrete Planungen vorliegen, werde entschieden, ob der Hochwasserschutz tats√§chlich gebaut wird, hei√üt es in einer Pressemitteilung des Rathauses. Das k√∂nnte fr√ľhestens am 3. April, der Termin der n√§chsten Gro√üen Stadtratssitzung sein. Nachtrag: Die Stadt teilte mit, dass sich die Entscheidung bis in den Sommer hinziehen k√∂nnte.

Was bist wichtiger: Parkplätze oder Parkanlage?
Um diese Vor- und Nachteile geht es: Bei welcher Variante werden die wenigsten B√§ume der denkmalgesch√ľtzten Allee geopfert, welche ist die vertr√§glichste f√ľr die Anwohner (Sichtbehinderung und L√§rmreflexion), welche behindert in der Bauphase (und beim j√§hrlichen Probeaufbau) am wenigsten den Verkehr, welche Arbeit beim Aufbau ist den Helfern zuzumuten? Sollen Parkpl√§tze beschnitten werden oder Teile der Parkanlage? Oder diesen Eingriff ganz bleiben lassen?

Erste Stadträte springen ab: Projekt verwerfen!
Fraktionen wie die "Passauer Liste" sind mittlerweile der Meinung, dass man am besten die Finger von diesem Projekt lassen sollte. Die √ĖDP hofft auf eine L√∂sung, welche die Kastanienallee nicht zerst√∂rt, aber diese ist offensichtlich wegen der technischen Vorgaben nicht umsetzbar. 

28. März: anstelle OB ein "neutraler Moderator"
Am 28. M√§rz wird es eine dritte Veranstaltung geben, eine B√ľrgeranh√∂rung in den "Peschlterrassen". Gr√ľnen-Fraktionsvorsitzender Karl Synek hat dieses Podium organisiert, das von allen Fraktionen unterst√ľtzt wird. In der Pressemitteilung ist ein Seitenhieb gegen den Oberb√ľrgermeister lesbar. Bei dieser Veranstaltung werde es einen "neutralen Moderator" gebe, hei√üt es. Martin Gruber, der Korrespondent des Bayerischen Rundfunks wird diese Aufgabe √ľbernehmen. Man erhoffe sich, dass die B√ľrger mehr Mut zu Wortmeldungen haben, weil die Stimmung bei dieser Veranstaltung lockerer ist. Der Oberb√ľrgermeister wird als Protagonist wahr genommen, der mit √úberzeugung f√ľr die Investition k√§mpft, angesichts der Finanspritze des Freistaates so viel Hochwasserschutz wie m√∂glich bauen will.

Rund 50 Geb√§ude und 270 Einwohner hatten laut Stadtverwaltung beim Hochwasser 2013 in diesem Gebiet mit den Folgen der Flut zu k√§mpfen. Eine grunds√§tzliche und wichtige Frage, wie oft dieses Gebiet in den letzten 50 oder 100 Jahren √ľberhaupt betroffen war, konnte die Stadt auf Anfrage nicht beantworten. Man verwies an das Wasserwirtschaftsamt. 

Viele Aspekte nicht ber√ľcksichtigt
Wie ‚Äěflutgeplagt‚Äú ist die Gottfried-Sch√§ffer-Stra√üe wirklich, welchem k√ľnftigen Schaden beugt die Mauer vor? Solche Details wichtigen Aspekte werden im Vorfeld offenbar nicht gekl√§rt. Die Kosten-Nutzen-Rechnung, die das Wasserwirtschaftsamt aufstellte, ist verzerrt: Manche H√§user haben bereits individuellen Hochwasserschutz erhalten. Diese Kosten sind in der genannten "Schadenssumme" von 15 Millionen Euro enthalten; ebenso der Sanierungsr√ľckstand, der mit der Flutsanierung behoben wurde. Passau ist nach der Flut aufgebl√ľht: Aus Alt wurde Neu, aus Minderwertigem Hochwertiges. Dies ber√ľcksichtigt w√ľrde zur einer neuen Kosten-Nutzen-Rechnung f√ľhren, mit dem wahrscheinlichen Ergebnis: unretabel. 

 

B√ľrgerblick behandelte den Hochwasserschutz ausf√ľhrlich im Heft Nr. 101/ Dez./Jan. 2017

 
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