Dienstag, 16. Oktober 2018
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Lokalnachrichten >> Samstag, 17. Oktober 15

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Großes Echo: Am Europaplatz vor dem Hauptbahnhof versammeln sich die Teilnehmer zum Motto "Grenzen überwinden. Solidarität jetzt". (Photo: Benedikt Unger/ mediendenk)
Herbstmarsch

800 Passauer demonstrieren fĂŒr Willkommenskultur

Rund 800 Passauer BĂŒrger haben mit einem Marsch durch die Innenstadt ein Zeichen fĂŒr die Willkommenskultur gesetzt. Unter dem Motto „Grenzen ĂŒberwinden. SolidaritĂ€t jetzt“ hatte die linke studentische Organisation „No Border“ zu dieser Herbst-Demo aufgerufen. Sie stellte sich gegen die Forderungen, die am selben Tag von konservativen Politikern laut wurden: Transitzonen und strengere Asylgesetze, beispielsweise FlĂŒchtlingen zu verbieten, dass sie ihre Familienangehörigen nachholen.

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SolidaritĂ€t vom Handwerk: Ein BĂ€cker, der sich in der FlĂŒchtlingshilfe engagiert, hat seine Brotwerbung mit dem Aufruf zur Demo ĂŒberkleben lassen.
OberbĂŒrgermeister Dupper, GrĂŒnen-StadtrĂ€te oder der lokale DGB-SekretĂ€r waren als Privatpersonen gekommen, nachdem bestimmte Parteien und VerbĂ€nde nicht eingeladen worden waren oder wie der DGB ihre offizielle Teilnahme abgesagt hatten. JĂŒrgen Dupper, ohne Anzug und Krawatte, trat am Europaplatz vor dem Hauptbahnhof ans Mikrofon. „Wir schaffen das! Wir haben aus humanitĂ€ren GrĂŒnden gar keine andere Möglichkeit“, stellt er sich hinter die Kanzlerin. Vor allem an die ehrenamtlichen Helfer gerichtet betonte er, dass sich die Situation so schnell nicht Ă€ndern werde und wir einen langen Atem brauchen. Transitzonen, wie sie der Passauer CSU-Politiker Scheuer fordert, sieht Dupper nicht als Lösung.

"Globalisierung wir die NĂ€chstenliebe"
In einem zweistĂŒndigen Marsch, unterbrochen von drei Kundgebungen, zogen die Teilnehmer vom Bahnhof in die Altstadt und zurĂŒck zum Ludwigsplatz. Eine bunt gemischte Gruppe von Studenten, linken Aktivisten, Honoratioren der Stadt, engagierten BĂŒrgern. Sie trugen Transparente wie „Zu Risiken und Nebenwirkungen von Rassismus lesen Sie ein Geschichtsbuch oder fragen Sie Ihre Großeltern“ oder „Globalisieren wir die NĂ€chstenliebe“. Dazu skandierten sie auf Englisch, dass FlĂŒchtlinge hier willkommen seien. Auch einige Asylbewerber hatten sich der Demo angeschlossen.

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Engagierte Honoratioren: Der ehemalige Intendant der EuropĂ€ischen Wochen, Pankraz Freiherr von Freyberg (71), trĂ€gt nach der Demo mit seiner Begleiterin Transparente ĂŒber die InnbrĂŒcke nach Hause.
"Es war eine sehr schöne, angenehme Demo", kommentierte eine Polizistin den Ablauf.

Der Passauer GrĂŒnen-Landeschef Eike Hallitzky hat am Tag der Demo beim GrĂŒnen-Landesparteitags in Bad Windsheim CSU-Politiker wie Seehofer oder Scheuer scharf attackiert. "Wer wie Sie wöchentlich Öl ins gesellschaftliche Feuer gießt, der muss wissen und der weiß, dass radikale Idioten an diesem Feuer ihre BrandsĂ€tze entzĂŒnden, um sie gegen FlĂŒchtlingsunterkĂŒnfte zu werfen." Diese Politik sei eine perfide Mischung aus Parteitaktik und rechtem Weltbild, sagte er.

Dominik Kalus

 
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